Mittwoch, 12. August 2015

Seminar "Sommerfrische Kräuterküche" in Großbreitenbach



Teller einer Teilnehmerin

Selten zeige ich Bilder aus einem Vortrag, Wanderung oder Seminar. Das liegt daran, dass ich selber nicht fotografiere, wenn ich etwas halte. Im Rahmen der Kräuterwoche in Großbreitenbach wurde ich als Ehren-Olitätenmajestät gefragt, ob ich einen Nachmittag gestalten würde. Wir einigten uns auf das Thema "Sommerfrische Kräuterküche".


Dieses Wochenende findet am Samstag dort ein Kongress statt, bei dem ich wieder einen Vortrag halten werde. Am Sonntag ist dort der größte Kräutermarkt Mitteldeutschlands. Nebenbei ist natürlich das sehenswerte Museum geöffnet. Hier könnt ihr euch noch informieren:     Flyer 



Gestern freute ich mich sehr, dass Hartmut Krell anwesend war, all diese Bilder schoss und sie mir zusendete, mit der freundlichen Genehmigung sie auch veröffentlichen zu dürfen. Hartmut, dir ein herzliches Dankeschön dafür!



Toll fand ich es, dass ich diesmal nicht alleine fuhr. Meine Freundin Anja begleitete mich und dadurch wurde es auf der Fahrt sehr kurzweilig und auch so war sie einfach in allen Bereichen eine große Hilfe. Sie brachte sogar noch 5 l Apfelsaft (eigene Äpfel, schonend gepresst) und einen "Gerupften" mit. Das war wirklich Gold wert. Anja, meinen allerherzlichsten Dank!



Am Anfang gab es eine kleine Einführung und einen Ausblick, was ich mit den 21 Teilnehmern herstellen wollte. Als Verkostung bot ich zwei vegane Aufstriche an. Einmal einen Linsenaufstrich und einen Karotten-Nuss-Aufstrich, die ich zu Hause vorbereitet hatte. Beides weckte Interesse und kam sehr gut an. Damit wir an unserem Nachmittag etwas zu trinken hatten, wollten wir eine Kräuterlimonade ansetzen. Um sich später im Garten etwas besser orientieren zu können, machten wir dort einen kurzen Rundgang und begutachteten dafür geeignete Kräuter.


Zurück im Raum angekommen gingen wir die Rezepte durch. Schnell fanden sich verschiedene Grüppchen. Die eine machte einen Ananas-Curry-Aufstrich, eine andere panierte Frischkäsebällchen, wieder eine Gruppe entschied sich für die Herstellung einer Basilikum-Schafskäsecreme, dann gab es noch Gruppen für Salat und Kräuterbutter. Nebenbei standen noch Paprikas, Tomaten und verschiedene Kräuter und Gewürze zum Dekorieren und Abschmecken zur Verfügung.

Diese Damen bewiesen eine Engelsgeduld & viel Geschick, denn die Bällchen
waren bei  Raumtemperaturen von über 30 °C nicht so einfach zu formen.

Alle waren beschäftigt, der Spaß kam nicht zu kurz und Erfahrungen wurden ausgetauscht. Wir wollten gemeinsam am Schluss alles verköstigen, aber irgendwie waren doch seeeehr viele Naschkatzen zugegen, was häufig zu Gelächter führte, wenn mal wieder einer mit vollen Backen heimlich mumpfelnd ertappt wurde. 


Ob es den Teilnehmern wirklich bewusst war, dass sie letztendlich insgesamt 2,7 kg an verschiedenen Aufstrichen, 2 Brote, 1 Eisbergsalat, 1 Packung Rukolasalat, je 1 Bund Petersilie, Schnittlauch, Dill, 2 Handvoll Basilikum, 1 Dose Ananas, 3 Paprikas, 1/2 kg Tomaten, 5 l Apfelsaft und 3 Flaschen Wasser verdrückt haben? Die Rückmeldung war sehr positiv, die leeren Schüsseln bestätigten es.



Etwas ungeduldig war an diesem Tag ein Fotograf von der Presse, worauf ich auch angesprochen wurde. Er drängte gleich zu Beginn, noch einmal Brote zu bestreichen und herum reichen zu lassen, damit man "wenigstens mal etwas sieht" (wir hatten vorher schon zweimal verschiedene Häppchen durchreichen lassen und wir wollten später gemeinsam essen) und im Garten dauerte es ihm zu lange, bis die Leute endlich an Ort und Stelle waren, da er gleich wieder gehen wollte/musste. Ich bat ihn um Verständnis. Ich kann es verstehen, es war sehr warm, der Herr hatte sicher noch andere Termine, doch das war manchen der Anwesenden nicht bewusst und wir hatten keine Eile. Wenn sich die Teilnehmer treffen, um Aufstriche, Kräuterlimonade und Salat mit Fruchtdressing zu machen, dann kann man die Ergebnisse noch nicht nach einer Viertelstunde sehen und so entging ihm leider aber am Ende die komplette bunte und geschmackliche Vielfalt der Produkte, der angeregte Austausch und die freundliche Stimmung zwischen den Teilnehmern.





Dienstag, 11. August 2015

Dem Buckelapotheker auf der Spur - Herschdorf, Stempelstelle 19 (Teil 1)


Blick vom Aussichtsplatz  "Rinnetalblick".
Verborgene "Schmuckstückchen" sind im Thüringer Kräutergarten versteckt


Eine noch relativ unbekannte, aber "Gott sei Dank" entdeckte Kostbarkeit und den Geheimtipp schlechthin, fand ich hier.  Doch eines nach dem anderen in den nächsten zwei Posts.

Als Gutkauf öffentlich beworben, als Nahkauf Möller
(ehemals Markert) bezeichnet, von der Brauereiruine kommend,
auf der rechten Seite schon zu sehen

Mein Startpunkt für die Wanderung sollte Herrschdorf (Stempelstelle 19) sein. Schließlich kann man einen Rundwanderweg an beliebiger Stelle beginnen. Die Kinder durften in diesen Tagen reiten, mein Mann freute sich auf eine ruhige Zeit. Er wollte mich "rausschmeißen" und während ich mit Poldi lief, sich seinen Büchern widmen.

Die "Stempelstelle 19" sollte im Nahkauf Markert sein. 
Geschwister-Scholl-Straße 37B
98701 Herschdorf/ Thür.
Tel.: 036738/42560
630 m ü NN

Im Ort und vor dem Geschäft steht ein Werbeschild mit Namen Gutkauf. Der Laden wird aber im Internet noch als Nahkauf bezeichnet. Allerdings Nahkauf Möller und nicht Markert. Da es der einzige Einkaufsmarkt ist, findet man ihn im Ort mit Sicherheit.

Auf dem Weg dorthin, Zwischenstation auf dem Aussichtsplatz "Rinnetalblick". Bei Herschdorf entspringt der Rinnebach. Dieses hübsche Tal wird mich also bis nach Königsee begleiten. Die Aussicht ist prima, auch wenn es eher trübes, kaltes Wetter ist. Frohgemut geht es ins Dorf hinein. Dort sieht man eine Kirche mit einem außergewöhnlichen Rundturm, dessen ursprüngliche Bedeutung vermutlich ein Wartturm oder Zollturm war. So einen Rundturm sieht man nur sehr selten und ist im ganzen Ilmkreis einmalig.



Eine nette, ältere Frau kam gerade - schwer bepackt mit Einkaufstüten - vorbei. Auf meiner Nachfrage hin, ob man diese Kirche auch von innen anschauen könne, verwies sie mich auf einen Herrn, der gerade mit der Sense die hochgewachsene, bunte Blumenwiese vor der Kirche abmähte. Etwas verwundert wurde ich gemustert, doch erfreut über das Interesse an dem Schmuckstück des Dorfes, wurde sogleich der Kirchenschlüssel geholt.

Die alte Wehrkirche „Zum Lamme Gottes“ in Herschdorf am Langen Berg wurde von 1687-1691 erbaut. Die Vorgängerkirche, war zu klein und zu baufällig für die gesamte Kirchengemeinde geworden. Zu dieser Zeit gab es noch eine Kapellenruine (St. Marien - die weiße Kirche), deren Steine verwendete man kurzerhand einfach mit für den Neubau. Scheinbar musste man sparen, denn Pfarrer Jakob Günther Werner (Bauinitiator) schrieb darüber, dass ein runder Turm billiger und zudem dem rauen Klima angepasster wäre als ein eckiger.

Später (Anfang des 19. Jh) erneuerte man den oberen Teil des Turmes. Leider kam es am 18. Oktober 1990 zu einem Brand und die Turmhaube sowie das Tragwerk mussten erneut repariert werden. Das Glockengeläut, wird übrigens immer noch von Hand zum Klingen gebracht.

Inschrift von 1925:
In harter Zeit nach Krieges Morden
bin ich aus Erz zu Stahl geworden

Das Kirchengebäude ist weitgehend original erhalten. Sie wurde allerdings im 19. Jahrhundert renoviert und mit einem neuen Fußboden versehen. Ansonsten erhielt man die alte Bausubstanz.



Zur Kirchgemeinde gehörte neben Herschdorf auch Allersdorf sowie Willmersdorf. Deshalb baute man für jedes Dorf eine Empore. 3 Emporen und insgesamt rund 500 Sitzplätze, verstecken sich hinter den Kirchenmauern. Nicht mehr oft in Kirchen auffindbar aber hier vorhanden ... Individuelle Namensschilder! Manche aus Holz, andere aus Porzellan. Auch die bunten Sitzkissen zeugen davon, dass man weiß, wo sein Sitzplatz ist.


Der Zahn der Zeit nagte an der Kirche und in Herschdorf tat man das, was ich auch aus dem Frankenwald kenne. Die Bürger wurden im neuen Jahrtausend aktiv und steckten viel Herzblut in das Objekt. Die Kommune unterstützte dies und so hat die Kirche nun ein schmuckes, neu beschiefertes Dach, eine restaurierte und neu bemalte Stuckdecke, Kanzel und Altar.


Dieses schlichte Reinweiß mit den Goldakzenten lässt die Kirche eine stille Eleganz ausstrahlen und die Akustik ist im Kirchenschiff interessant. Für die Renovierung der vom Brand beschädigten Orgel sammelt man immer noch Geld. Diese stammt aus der "Schulze Schule" von Paulinzella und war/ist sehr wertvoll. Diese hochwertigen Orgeln wurden bis nach Russland und Amerika geliefert! Falls ihr das Schmuckstück mal genauer ansehen wollt, könnt ihr euch beim Pfarramt Oberhain (Tel.: 036738/42627) nach Möglichkeiten erkundigen. In der Turmstraße in Herschdorf, weiß man allerdings auch, wer den Schlüssel hat und die netten Herschdorfer geben mit Sicherheit freundlich Auskunft. 

Wusstet ihr, dass Wolf Serno in seinem Buch "Der Balsamträger" (ein weiteres Wort für Buckelapotheker und Olitätenhändler) Herschdorf erwähnt? Das Buch erschien 2005.
Im Ort, der Dorfstraße, der Tischlerei Langbein und im Gut-Kauf wurde sogar 2012 ein Kinofilm gedreht. "Ricky - normal war gestern" von Jost Hering.

Dieser Wegweiser befindet sich bei der Kirche.

Damit ich nicht einfach nur den Ort abhakte, wanderte ich mit Poldi in Richtung Willmerdorf und bemerkte, dass auf dem Weg dorthin sämtliche Wanderschilder zerstört waren. Ich kam zur Brauereiruine und wurde neugierig. Was war wohl damals mit dem Brauereibetrieb geschehen? Wie lange steht es schon leer? Vor der Kirche gab es einen Gedenkplatz mit Grabsteinen aller Generationen der Brauer Schmiedeknecht. Jetzt war ich erst recht neugierig geworden. Ihr auch? Weiter über die Brauerei und dem Geheimtipp schlechthin, geht`s im Teil 2.


Sonntag, 2. August 2015

Das Igel-Gehege verändert sich


Schorschi der Unglücksrabe musste schon mehrfach tierärztlich behandelt
werden. 

Wie im alten Post beschrieben, war mein altes Gehege durch die Verwendung von Hasendraht nicht das Gelbe vom Ei. Es war auch nie gedacht, es dauerhaft aufgebaut zu lassen. Ziel ist es, ein Tier aufzupäppeln - wenn es in Not ist -, doch im Vordergrund steht immer die gezielte, sichere Auswilderung.

Dann aber wuchs in mir verstärkt der Gedanke, dass ein "eingewachsenes Gehege" mehr Lebensraum bietet als ein mobiles. Es blieb ja auch nicht bei einem Igel, sondern es kamen immer wieder  und öfters Notfälle, so dass ich es gar nicht mehr abbauen brauchte. Nebenbei empfand ich die 14 m ² immer noch als zu klein.

Der "tote" Bereich zwischen Haus und Gehege (rechts)
 sollte nun mit ins neue Gehege integriert werden

Um mein altes Igeldomizil konnte ich außen herum laufen, doch vor allem im Frühling und Sommer war es unmöglich, Unkraut zu jäten. Auch Rasen mähen gestaltete sich als schwierig.

Der Abstand zwischen den Leisten betrug 1 m.

Ich machte mir Sorgen, ob das Gehege wirklich stabil genug auf Dauer bleibt. Der ein oder andere probierte schon einmal seine Zähne am Draht aus oder versuchte hoch zu klettern. Schorschi war begabter Buddelkönig. Für Igel ist der verwilderte Bereich im Gehege toll, aber irgendwie war der direkt am Haus liegende Bereich ein verlorenes Eck für Mensch und Tier und kam optisch nicht mehr zur Geltung.

Wenn sich was tut im Garten, müssen die
Vierbeiner dabei sein


Deshalb dachte ich mir, man könnte doch gleich den ganzen Bereich einzäunen. So stört mich keine Begrenzung beim Unkrautjäten und die Pfleglinge könnten mehr Versteckmöglichkeiten nutzen. Zudem wäre das komplette Gehege dann immerhin ca. 8 m x 3 m groß. Ob es eine Spinnerei ist, 24 m² dauerhaft einzuzäunen, nur damit man einem Notfall-Igel etwas mehr Lebens-Qualität in der Aufpäppelphase gibt?

Die Platten sind verlegt. Die Igelhäuser sind 60 cm x 40 cm groß. Sie wirken klein.
Das Areal umfasst eine Größe von 3 m Breite und 8 m Länge.


Und wieder war es mein Bekannter, der meine Spinnereien schmunzelnd zu Kenntnis nahm und dann eine sinnvolle und optisch saubere Lösung präsentierte. Mir war wichtig, dass Ausbruchsmöglichkeiten und Verletzungsgefahren verhindert werden und dass das Holz nicht so schnell vergammelt. Ich wollte als Unterbau Bodenplatten, damit die Seitenteile nicht ständiger Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt sind und ich auch eine Rasenkante zum Mähen habe. Als Seitenteile schwebten mir Planken vor, wie sie beim Gerüstbau verwendet werden. Letztere sind neu sehr teuer und mein Bekannter schlug deshalb Schalungsbretter vor. Dass diese gelb sind, störte mich nicht. Ich sah es als freundlichen Farbklecks im Garten. Die Bodeneinschlaghülsen (für die Kanthölzer) mussten zwischen die Platten eingeschlagen werden. Damit keine Ausbruch anreizenden Stellen für Igel entstanden (Lücken zwischen den Platten) und alles einen sauberen Abschluss hatte, verwendete er noch Pflastersteine. Ich freute mich riesig. Die Schalungsbretter sind 50 cm breit und somit war dies auch eine angenehme Höhe.

Offene Stellen wurden noch mit Blech verblendet, damit dort kein Anreiz zum Kratzen entstand. Auch die Kanthölzer bekamen eine Blechhaube. Manche der Igelhäuschen stellte ich an die Hauswand. Dort sind sie vor Wettereinflüssen geschützt und liegen igelgerechter etwas versteckt hinter den Kräutern. An der Wand befinden sich Kieselsteine verschiedener Größen. Das stärkt bei der nächtlichen Erkundung und Futtersuche die Fußmuskulatur, denn es verstecken sich viele Spinnen und Asseln dort. Bei manchen Häusern könnten sie so auch einmal auf das Dach steigen.



Es lockt natürlich der Erdbereich mit der Bepflanzung. Die verschiedenen Kräuter bieten Dufterlebnisse und in der lockeren Erde lässt es sich gut wühlen. Krabbeltiere befinden sich auch dort. Die verwilderte Rasenfläche wird so nach und nach ihr Gesicht noch verändern. Durch die Platten entstand ein Bereich, der unbewachsen und dadurch überschaubar bleibt. Gut, um Trinkschalen aufzustellen und den Kot zu kontrollieren. Falls mal ein "Renner" einzieht oder mehrere Jungigel muss natürlich diese "Rennstrecke" unterbrochen werden.

Hier sind fünf Schlafhäuser, ein Futterhaus und drei natürliche Unterkünfte
verborgen.

Die Europalette als Unterbau für den Schnittguthaufen blieb auch im Gehege und wurde mittlerweile verbessert. Ich muss allerdings erst noch Bilder machen. Optisch ist so ein Haufen nicht gerade ein Hingucker, aber es schafft zusätzliche Vielfalt und Lauffläche. Ganz unten ist eine Palette mit Brettern beschlagen, damit der gesamte Raum darunter trocken bleibt. Darauf legte ich eine normale Europalette und darüber kam dann erst das Schnittmaterial.
Möchte ein Igel ein natürliches Nest bauen, ist dies kein Problem. Natürlich verstecken sich im Haufen auch viele Kleintiere. Der Igel soll ja wie in der freien Wildbahn erlernen, Futter zu erbeuten.
Die zweite Palette wollte ich verwenden, weil Igel neugierig sind und gerne klettern. Durch diese weitere Ebene hat er einen zusätzlichen Quadratmeter Fläche, um im entstandenen Zwischenraum Futtertiere zu suchen. Zudem kann er dann noch auf dem Haufen herum klettern.

Dieser Turm aus Paletten wurde noch igelgerecht umfunktioniert


Die Europaletten-Igelburg wurde gerne angenommen. Ich erweiterte die Lauffläche um weitere zwei Ebenen. Die Zwischenräume zwischen den Brettern wurden mit Leisten verschlossen. Der kleinere Haufen in der Mitte des Geheges wurde etwas vergrößert, da ich das Schnittgut aufgrund der Höhe nicht mehr auf die Paletten aufbringen konnte. Damit die Igel zwischen den Ebenen hin und her wechseln können, wurde pro Palette ein Brett durchgesägt und mit einem Scharnier versehen, wieder angebracht. Im oberen Bild könnt ihr es recht gut erkennen. 30 m² stehen jetzt insgesamt als Lauffläche zur Verfügung. Im Turm kann ich nun Futter verstecken und Igel können einen Blick in den umliegenden Garten werfen. Die Seiten verschloss ich bisher mit Holzstücken. Auf dem Palettenturm stellte ich robustes Dekomaterial und im Winter sollte eine Schicht aus Tannenstreu für Schutz sorgen. Gefallen würde mir ein "lebendiger Schutz" aus Pflanzen. Ob mir das gelingt?

Elemente wie Holzstämme, Wurzelstöcke und Pflanzgefäße können immer
wieder  neu angeordnet werden und sorgen für Abwechslung.


Natürlich wird mit anderen Elementen (Holzstämme, Wurzeln, Pflanzgefäßen, usw.) immer wieder versucht, Abwechslung zu schaffen. Falls sich mehrere Igel einmal das Gehege teilen müssen, dann können sie sich gut aus dem Weg gehen. Die vielen Hürden und Versteckmöglichkeiten vermeiden Stresssituationen. Solange es genug Futter und Platz gibt, sind Igel nicht aggressiv gegenüber Artgenossen. Nur in der Paarungszeit sind gleichgeschlechtliche Igel äußerst ruppig zueinander. Als ich die Neunlinge aufpäppelte, gab es keine Reibereien. Erst nach dem Winterschlaf, kurz vor der Auswilderung, wollten manche keinen Kontakt mehr zu den anderen und wurden unwirsch, wenn ihre Geschwister ihnen zu nahe kamen. Diese Erfahrung machte ich auch mit Nicht-Geschwistern. Als Babys sind Igel froh über Kontakt zu Ihresgleichen. Man muss allerdings immer ein Auge darauf halten. Sollte es Reibereien geben, könnte man in diesem Fall die Abtrennelemente des alten Geheges nutzen und das neue damit unterteilen.








Montag, 6. Juli 2015

Sweety - Tag 3 Augenblicke


6.Juli

Der Spatz hatte auch die zweite Nacht gut überstanden. Der Bauch sah etwas drall aus. Da muss man bei so kleinen Vögeln noch gut aufpassen, denn ihr Zustand kann sehr schnell kippen. Nachdem aber weiterhin gut aussehender Kot abgesetzt wurde, blieb ich gelassen.

Ab halb fünf weckte mich ein Tschilpen und alle dreiviertel Stunden wurde laut und eindringlich auf sich aufmerksam gemacht. Die Federchen scheinen bei Spatzen am Tag zwischen 1-2 mm zu wachsen. Immer schöner wurde der kleine Vogel. Dann fiel mir etwas völlig Neues auf.

Offene Augen blickten mich an...direkt in die Augen. Lange und ruhig, voller Vertrauen. Der Blick ging durch die Haut. 





Sonntag, 5. Juli 2015

Sweety - Tag 2 Unterbringung des Nestlings und der "Output"


 5.Juli

Der Spatz hatte die Nacht überstanden. Ab 5.00 Uhr begann die Fütterungszeit und alle halbe bis dreiviertel Stunde wurde bis in die Nacht hinein gefüttert. Vogeleltern füttern bis zum Sonnenuntergang und in der Nacht haben Jungvögel auch Ruhe und werden nicht gestört. Aber ich zog die Fütterungszeit bis 22.00 Uhr hinaus. In der freien Natur füttern Vogeleltern ihre Jungen ab Sonnenaufgang, sooo pünktlich musste ich dann doch nicht sein.

Der Spatz war von der Kopfbefiederung her ein Hausspatz, denn bei Feldspatzen ist das Köpfchen richtig erdbraun. Gierig bettelte er und forderte sein Futter ein. Die Augen ließ er geschlossen. So ab dem achten Tag öffnen sich normalerweise die Augen. Sobald ich mich allerdings dem Nest näherte und er den Schatten spürte, fing er lautstark an zu piepsen und reckte seinen nackten, dürren, klapprigen Hals empor. Der wackelige Kopf mit weit geöffnetem Schnabel wirkte viel zu groß für diesen Hals.


Auch wenn es für viele eklig ist. Der "Output" von Pfleglingen ist sehr wichtig
um den Gesundheitszustand einschätzen zu können. Diese Häufchen lassen sich
leicht entfernen. Die Größe des Kotbeutels im Verhältnis zum Hinterteil ist beachtlich.

Etwas, worüber meine Kinder sich königlich amüsieren konnten, geschah prinzipiell bevor er die zweite Ladung Futter verschlang. Mit viel Anstrengung wurde sich gedreht. Ein noch nacktes Hinterteil mit kurzen Schwanzfederchen wurde mir entgegengestreckt und mühsam rückwärts dem Nestrand hochgekrakelt. Dann ein kurzer Stopp. Mit einem feuchten kurzen "Pfftt" hatte ich direkt vor mir einen weißglibbrigen Kotbeutel liegen. Schwupps, schon war  der Spatz wieder im Nest und forderte ungeduldig sein Futter.


So sieht frischer gesunder Nestlingskot aus.
Durchfall, Grünfärbung o. ä. weisen auf
Krankheit hin 

Bei Nestlingen ist der Kot noch von einer Haut überzogen. Das Weiße ist der Urin und das braun-schwarze Würstchen der Kot. Die Jungtiere koten zum Nestrand hin und die Eltern tragen das Päckchen weg. So wird kein Fress-feind, aber auch keine Fliegen durch den Geruch angezogen und das Gefieder verklebt nicht.

Alter Nestlingskot lässt sich leicht
 entfernen und macht keine Flecken.

Apropos Nest. Auch wenn ein mit Küchenpapier oder Tuch ausgelegtes Nest hygienischer wirkt und schön sauber aussieht. Man sollte Nestlingen am besten ein Naturnest aus Moos (trocken) bauen oder z.B. einen napfförmig drapierten alten Strumpf/ altes Tuch als Unterlage anbieten. Wenn man Vögel auf geraden, flachen Untergrund in einer Schachtel bettet, führt dies zu Fehlstellungen der Beine und Zehen, was verheerend für das Leben in Freiheit ist. Sie greifen schon im Nest (siehe rückwärts hoch Krabbeln um zu koten) und trainieren dabei das Zusammenziehen und lösen ihrer Zehenmuskulatur. Auf einer geraden Fläche bleiben die Zehen immer ausgestreckt und durch die Krallen werden sie nach oben überstreckt. Das macht Probleme, wenn sie dann einen Zweig umfassen sollen um dort Halt zu finden.




Ich habe meistens eine kleine Schachtel, die ich ganz unten mit Zewa auslege, dann kommt darüber eine Schicht Moos. Mit den Fingern wird ausgetestet, dass es auch an keiner Stelle piekst. Dann rolle ich ein paar einzelne Blätter Zewa und drapiere es um das Nest. So kann ich das verschmutzte Zewa schnell austauschen.

Diese kleine Schachtel stelle ich übrigens in einen großen Meerschweinchenkäfig. Dieser ist auch schon mit Moos, Zewa, Naturkork, Ästen und Sandschüssel bestückt. Wenn sich der Kleine vom Nestling zum Astling entwickelt, oder aus dem Nest klettert, kann er durch die unterschiedlichen Materialien die Füßchen trainieren und es sich an einem anderen Ort innerhalb des Käfigs bequem machen. Auch darf geflattert werden. Ein Vogelkäfig sollte mehr breit als hoch sein. Vögel fliegen schließlich nicht wie Raketen, sondern eher wie Flugzeuge. Da ich bei diesem Model darauf achtete, dass kein Gitter an den Seiten ist, stößt er sich auch keine Federn ab. Die Katzen könnten auch nicht angeln und ihn verletzen, falls mal eine Tür nicht ganz geschlossen sein sollte. Ich muss zudem keine Angst haben, dass er mir irgendwo entwischt, denn ich kann zur Not auch von oben füttern. Dort sind ein Schiebegitter und zwei Türen vorhanden.

Dieses Quartier für die Zeit vom Nestling bis zum Astling ist 75 cm x 45 x groß
Links hinten im Eck ist ein kleiner Feldspatz zu sehen. Das war Herkules.




Samstag, 4. Juli 2015

Sweety - Am seidenen Faden


Die Geschichte einer kleinen Spatzendame

Am 4. Juli hielt ich ein Seminar über die Heilpflanzen des Frankenwaldes. Da ich zu solchen Zwecken das Handy auf lautlos stelle und kaum Zeit habe, darauf zu blicken, war es ein kleines Wunder, dass der Zeitpunkt, als der Kleine gefunden wurde, auf die Pausenzeit fiel.

Als ich um 12.41 die SMS einer lieben Freundin bekam, hatte ich noch 20 Minuten Zeit, bevor es weiter gehen sollte. Drohnen und Heimchen hatte ich vorrätig und auch Vogelhandaufzuchtsfutter (Nutribird21) sowie Mineralstoffe vom Tierarzt (Link). Ich rief schnell zurück und rief auch zu Hause an. Meine Kinder sollten schon mal drei Drohnen auftauen und den Notfallbehälter bereit stellen. Ich nahm von meiner Freundin den Spatz entgegen und fuhr nach Hause. Die Temperaturen hatten ihn scheinbar aus dem Nest in die Ungewissheit springen lassen. Es waren über 36° C und die Autofahrt unerträglich. 

Der Kleine hatte einen klatschroten Bauch. Zu rot. Die Augen waren geschlossen. Ich schätzte ihn auf ca. eineinhalb Wochen. Er ist aus dem Nest unterm Dach aus 2,50 m Höhe auf die Metalltreppe gefallen. Als Erste Hilfe bekam er Wasser von den Findern und man wartete auf die Eltern. Doch die Temperaturen waren zu hoch. Mit offenem Schnabel versuchte er ohne Erfolg sich Kühle zu verschaffen. Kein Elternteil kam und versorgte den Kleinen. Also kontaktierte man mich. 

Etwas Sorge hatte ich wegen des Wassers. Zu viel vertragen Nestlinge nicht und man wusste nicht, wie lange er schon auf der Treppe lag, bevor man ihn fand. Viel Hoffnung hatte ich nicht. Er war zu dehydriert, zu schwach und ohne viele Reaktionen. Ob er das Futter vertragen würde?

Schlapp und nackig lag er da. Die Augen waren noch geschlossen. Dennoch konnte ich ihn zu Bienendrohnen überreden. In der Zwischenzeit hatten meine Kinder eingefrorene Heimchen entbeint und - in Alufolie gewickelt - zwischen zwei Kühlakkus gelegt. Ich packte schnell das Handaufzuchtspulver und mein Zubehör ein und düste mit den Vogel zum Seminar. Ein aufregender Tag für den Spatz, aber nur so konnte er durchgehend versorgt werden.

Die Teilnehmer reagierten einfach toll und keiner hatte etwas gegen den kleinen Gast im Gegenteil. Dafür bin ich ihnen jetzt noch dankbar. Ab und an sperrte er schlapp den Schnabel etwas weiter auf und schwupps landete ein aufgetautes, zimmerwarmes Heimchen oder ein kleiner Batzen Brei im Rachen. Alle 20 - 30 Minuten fing er an zu piepsen, leise und matt. Erst um 21.00 Uhr sperrte er plötzlich den Schnabel weit auf und forderte endlich lautstark sein Futter ein. Um 22.00 Uhr gab es die letzte Mahlzeit.

Die Hoffnung flackerte auf.




Sonntag, 14. Juni 2015

Dort wo die Waldgeister stehen...

Baumgeist bei der Klosterruine Paulinzella

... soll man schnell des Weges gehen ... oder genauer hinschauen. Wenn man manchmal draußen ist, sieht man Dinge, die beim zweiten Blick wieder verschwunden sind. Genau diese Momente haben früher schon Menschen fasziniert und manchmal auch gruseln lassen. 

Hüter der Tore


Seht ihr auch die verschiedenen Wesen, die sich im Bild versteckt haben? Wenn etwas die Aufmerksamkeit auf sich zieht und man fotografiert es, kann man es zu Hause spiegeln. Heraus kommen solche Bilder, bei denen manchmal die Naturwesen regelrecht lebendig wirken.


Schmetterling? Engel? Elfenkönig? Zwerg?

Manchmal sieht man Elfen, alte Zwerge, Gnome, Engel, Schreckgestalten oder Tiere. Was siehst du? Entdeckst du ein Wesen oder mehrere?

Weisheit 


Oftmals sind Lichtgestalten in der Nähe von dunklen Wesenheiten. Filigranes gilt es neu zu entdecken. Manches erstaunt und manches erschreckt vielleicht. Wenn ihr die Bilder anklickt, erscheinen sie größer. Vielleicht entdeckst du noch etwas?


schweigsamer Hüter

Total anders wirken die Bilder, wenn man sie als Negativ betrachtet. Ich mag diese Spielerei. Es ist eine völlig neue Welt zu sehen.



Mittwoch, 10. Juni 2015

Wieder ein Jahr...



Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf. 
Die Vögel singen, wie sie gestern sangen. 
Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf. 
Nur Du bist fortgegangen. 
Du bist nun frei und unsere Tränen 
wünschen Dir Glück.

(Johann Wolfgang von Goethe)



Dreizehn Jahre bist du tot. Dreizehn Monate hast du gelebt. Das dreizehnte Kind, von siebzehn Kindern die wir kannten, lieb gewonnen hatten und die gestorben sind. Dreizehn Monate - so viele Eindrücke. Dreizehn Jahre - wohin die Zeit?






Mittwoch, 3. Juni 2015

Bereit zum Abflug...



Neues erfahren, Begegnungen genießen, andere Sichtweisen erleben, ...
Ich bin ab heute wieder unterwegs.
Habt eine schöne Zeit!




Samstag, 30. Mai 2015

Allgemeines zum Olitätenrundwanderweg.




Was Olitäten sind, habe ich hier schon einmal beschrieben.

Der Wanderweg ist nicht einfach nur ein Weg, der durch die Natur führt, sondern ein sogenannter "Bildungswanderweg". Man erfährt von der Geschichte der Region,  ihren alten Bräuchen, dem anstrengenden Leben der Bevölkerung, vom Umschwung als die Kräuterprodukte plötzlich in die Welt hinaus getragen wurden und von der Zeit, in der die Buckelapotheker vertrieben, verfolgt und mancherorts getötet wurden. Museen, geologische Besonderheiten, Handwerkskultur und Thüringer Spezialiäten gehören ebenso dazu. Die Kräutergärten, Ausstellungen und Gastwirtschaften laden zum Verweilen ein. Nur den Weg abzugehen wäre viel zu schade, man sollte auf die Hinweise achten, die auf Besonderheiten des Ortes hinweisen. Begehbar ist der Weg je nach Witterung ab April bis November.

Weglänge: 177 km
Wegemarkierung: Hauptweg - blaues Dreieck auf weißem Spiegel.
                              Mittelachse – gelbe Blüte auf weißem Spiegel
Schwierigkeitsgrad insgesamt: mittel

Weil der "Thüringer Kräutergarten" im Mittelgebirge liegt, verwundert es nicht, dass die steilste Bahn der Welt mit Normalspur dort liegt. Deshalb sollte man sich auch auf der Mittelachse eine Fahrt mit der Oberweißbacher Bergbahn nicht entgehen lassen. Die Wanderbahnhöfe Bechstedt-Trippstein, Sitzendorf, Cursdorf, Meuselbach-Schwarzmühle, Lichtenhain liegen alle am Streckennetz der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn

Rechte liegen beim Förderverein „Olitätenwege im Thüringer Kräutergarten“
mit freundlicher Genehmigung von Heinz Liebermann 

Starten kann man eigentlich seine Wanderung von jedem Ort/ jeder Stempelstelle aus. Einen zeitlichen Rahmen, in dem man den Weg begangen haben sollte, gibt es nicht. Wenn man möchte und sich rechtzeitig anmeldet, führen Thüringer Olitätenmajestäten, Kräuterfrauen oder Buckelapotheker in historischer Zunfttracht Wanderer gerne ein Stück des Weges und geben ihr Wissen preis.

Informationen sind immer gefragt. Hier findet man Auskunft:

Regionaler Förderverein „Olitätenwege im Thüringer Kräutergarten“ e. V.
Myliusstraße 7 (Alte Apotheke)
98701 Großbreitenbach
Tel.: 036781/48121
nach 18.00 Uhr, Sa oder So: 036781/40235 (priv.) 
Fax: 036781/24558
E-Mail: olitaetenwege@web.de oder h.liebermann@vg-grossbreitenbach.de



Auch den Wandergewerbeschein (Stempelheft) für den Olitätenrundwanderweg, kann man für geringe Unkosten (ca. 1,- €, Stand 2015) dort erwerben. Es ist nur ein kleines DIN A6-Heftchen und passt in jede Hosentasche. Im Heft selber befinden sich Informationen zum damaligen Gewerbe, Wissenswertes über den jeweiligen Ort und wo man dort die Stempelstelle findet. Von Ort zu Ort ist rechts oben eine Kilometerangabe der Strecke angegeben. Startet man bei Sitzendorf, bekommt man auch oben links im Heftchen die Gesamtzahl der schon gelaufenen Kilometer angezeigt.



Warum gibt es ein Stempelheft? Zum einen ist dies sicherlich für den ein oder anderen ein Anreiz. Man weiß, wo man war und hat ein kleines kompaktes Erinnerungsstück. Zum anderen hat sich der Verein etwas für die Wanderer ausgedacht. Es wird ein Wanderabzeichen verliehen: Ein „Goldener Buckelapotheker“. Nachdem man den gesamten Olitätenrundwanderweg abgelaufen und das Stempelheft ausgefüllt hat, kann man die letzte Seite im Stempelheft ausfüllen und das Abzeichen beantragen. Der Buckelapotheker wird dann feierlich entweder Mitte August mit einer Wanderurkunde auf dem weit bekannten größten Kräuterfest in Mitteldeutschland, dem "Bräétmicher Kram- und Kräutermarkt", oder beim "Giftmischer" Siegwart Franke in Schmiedefeld zur Olitätenweihnacht verliehen.

Um sich auf der Wanderung orientieren zu können, gibt es das übersichtliche Faltblatt „Olitätenrundwanderweg“ beim regionalen Förderverein „Olitätenwege im Thüringer Kräutergarten e. V. ". In den Stempelhäuschen sollten auch Flyer vorrätig sein, die über das Olitätenland und den Stempelstellen berichten.



Der Freizeit- und Wanderführer „Thüringer Kräutergarten/Olitätenland“ ist für ca. 6,50 € zu erwerben. 2005 schrieb Frau Regina Martin aus Cordobang (der Ort ist auch eine Station auf der Wegstrecke) das Wanderbüchlein und es ist ein wirklich lesenswerter und abwechslungsreicher Wegbegleiter geworden. Es gibt eine Gesamtübersicht über alle Stationen, allgemeine Infos, einen geschichtlichen Abriss, sowie den kompletten Rundweg als Bild im Buch. Die Strecke ist unterteilt in Etappen. Das ist das Einzige, was nicht ganz so günstig ist, doch kann man darüber hinweg sehen. Dann wird es interessant im Buch. Die Wegbeschreibung ist normal geschrieben, also schwarze Schrift auf weißem Hintergrund. Bildausschnitte der Landkarte im Maßstab 1:50.000 sind vorhanden. Grau unterlegt sind Infos direkt zu den Olitätenhändlern, auf gelber Farbe finden sich Informationen zu Ort und Sehenswürdigkeiten. Sieht man die Farbe Grün, so kann man sicher sein, Wissenswertes über Pflanzen zu erfahren. Zu jeder Etappe gibt es zwei näher beschriebene Heilpflanzen. Dann gibt es noch Geschichten und Sagen auf Orange, damit es für Kinder interessant bleibt und Tipps zu weiteren Erkundungsmöglichkeiten sind rot unterlegt. In blauen Kästen sind die Stempelstellen mit Telefonnummer und Homepage gut sichtbar aufgeführt. Auf Schwierigkeitsgrad und Höhenunterschied wird zudem hingewiesen. Dieses Buch ist sein Geld wert und der Autorin gebührt Respekt für ihre Arbeit. Ungewöhnlich sicherlich, dass man ein Buch zum Begehen eines Weges benötigt, doch Buch (trotz größerem Maßstab) und GPS sind bisher (Stand 2015) die beste Option.



Die Rad- und Wanderkarte „Bergbahnregion“ sowie „Saalfeld-Rudolstadt“, vom KK-Verlag Nordhausen wird im Buch als Begleitkarte empfohlen. Die Wanderkarte „Bergbahnregion“ hat den Maßstab 1:25.000 und kostet 4,50 €. Ich habe einen Druck von 2013. Da im vorher beschriebenem Buch Ausschnitte des Kartenmaterials zu finden sind, KÖNNTE man sich sehr zielsicher und schnell in der Karte orientieren. Könnte? Die Olitätenweg-Route der Karte stimmt selten mit dem eigentlichen Olitätenweg des Buches überein! Manche Wegverläufe sind überhaupt nicht vorhanden, andere führen  Höhen entlang, während sie im Buch im Tal entlang laufen. Geht man nur nach dieser Karte, wird man sein blaues Wunder erleben, da man vor Ort erkennen muss, dass die Wegmarkierungen in völlig andere Richtungen zeigen oder komplett fehlen. Näheres dazu bei den einzelnen Wegbeschreibungen.



Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich gerne die Karte vom Format und Material anders gestalten. Sie ist durch die Größe sehr umständlich zu handhaben. Kein Problem bei schönem Wetter, doch bei Regenwetter ist das Format hinderlich und sie weicht einfach zu schnell durch. Die "Kleinfalterei" macht es da nicht viel besser, zu schnell entstehen beschädigte Stellen.



Viele Handy-Besitzer werden sagen: "Kein Thema, es gibt GPS!" Richtig! Wer die Möglichkeit hat, sollte GPS nutzen. Falls jemand eine App  kennt,  die den Olitätenweg als solchen erfasst und nennt, wäre ich über den Hinweis sehr dankbar.

Und  wenn jemand vor hat, den Weg mit einem Vierbeiner zu begehen, dem kann ich nur empfehlen, Wasser und Wasserschüssel einzupacken, da es vor allem auf den Höhenwegen keine und in den Dörfern nicht immer zugängliche Wasserstellen gibt .

Hm, gibt es eigentlich einen typischen Olitätenweg-Wandergruß? Am Rennsteig grüßt man mit "Gut Runst!", bei Gera hört man öfters "Berg frei!", im Schiefergebirge ein fröhliches "Glück auf!". Wanderer sagen auch: "Gott zum Gruß - gut zu Fuß!" oder im bayerisch/fränkischen Gebiet ein schlichtes, höfliches: "Grüß Gott!" - Was oftmals zu der lustigen Erwiderung führt: "Wenn ich ihn sehe!".