Samstag, 28. April 2012

Einfach köstlich - Wasserkefir!



Frisch, spritzig, säuerlich süß schmeckt es und ist sehr variabel anzusetzen - mein sommerliches Lieblingsgetränk - Wasserkefir. Lange zierte ich mich mit Wassserkefir zu experimentieren. Mittlerweile bin ich begeistert. Mit was lässt sich Wasserkefir vergleichen? Kostet man den Ansatz nach 24 Stunden, riecht er schon säuerlich, schmeckt aber wie süße Limonade. Sobald der Kefir richtig zu gären anfängt und Kohlensäure produziert, verstärkt sich der Geschmack in Richtung Federweißer oder wie man ihn in Österreich gern nennt: "frischer Sturm". 

Den Wasserkefir  kann man unter vielerlei Namen erwerben.  Als Japanische Meeresalgen oder Japankristalle zum Beispiel. Der Name "Himalaya Kristallalgen" hört sich sehr kostbar an, oder? In Frankreich kennt man sie unter "graines vivantes", oder  als TIBI in der Schweiz. Der Kefir vermehrt sich zügig und es entstehen weiße Fuseln die durch das entstehende Wachstum später an Kristalle  aus Gelantine erinnern. Oftmals teilen sich auch die großen Kristalle und brechen auseinander. Ich beobachte sehr gern das prickelige Treiben im Glas. Da tanzen die Zutaten lustig auf und ab und verbreiten gute Laune.




Der Wasserkefir bildet eine Lebensgemeinschaft aus Bakterien und Hefezellen, meist Lactobacillus brevis, Streptokokkus lactis und Saccharomyces cerevisae.  Manche schreiben sogar, dass er ein probiotisches "Powergetränk" mit über 20 verschiedenen positiven Bakterienkulturen sein soll. Diabetiker sollten sich vor Genuss genau informieren ob das Getränk für sie geeignet ist. Mit längerer Gärungszeit reduziert sich zwar der Zucker, steigt aber der Alkoholgehalt. Die entstehende Menge an Alkohol ist bei normaler Gärdauer  (2-3 Tage) gering und liegt bei 0,2 - 2%, kann aber dann bis zu 4 % ansteigen. Allerdings ist diese Variante nicht anzuraten - außer man mag den Geschmack von Obstessig. Manch einer reguliert dann damit seinen Basenhaushalt.

Ich habe meinen Wasserkefir in einem sehr großen Vorratsglas (ähnlich Weck-Glas) angesetzt. Zu beachten ist nämlich, dass man ein Glas verwendet, bei dem der Deckel verschlossen wird. Die Kohlensäure soll im Getränk bleiben und dennoch muss Druck entweichen können. Ich verschließe es also nicht luftdicht mit der Klammer, sondern lege den Deckel einfach oben auf. Das hat zudem den Vorteil, dass keine Fruchtfliegen eindringen.



Wasserkefir für ca. 500ml Getränk


Der Wasserkefir braucht Trockenfrüchte als Stickstofflieferanten und Geschmackgeber, Zitrone (und/oder andere stark säurehaltige Früchte) um Schimmelbildung zu vermeiden, Zucker (am besten brauner Zucker/Rohrohrzucker oder brauner Kandis). Mit Melasse gesüßt arbeitet der Kefir sehr gut, er schmeckt dann voller/schwerer.

Der Kefir stirbt leider ab, wenn er mit Metall in Berührung kommt und deshalb sollten die Gerätschaften aus Plastik, Glas oder Holz bestehen. Hygienisch muss man natürlich vorgehen, doch beim Wasserkefir hatte ich bisher noch keine Schwierigkeiten mit Schimmel (im Gegensatz zum Kombucha, der öfters bei mir rumzickt). Falls das Getränk irgendwie anders aussieht und schmeckt als gewöhnlich, sollte man einen neuen Ansatz machen. Toll ist es, wenn man einfach 2-3 Gläser mit Kristallalgen vorrätig hat, so hat man immer Ersatz und eine genügende Menge.



Wasserkefir nach einer Woche - reicht für 1 Liter Getränk


Freude hat man nur an den echten "Kristallen" denn das Ferment, welches man öfters in Reformhäusern erwerben kann, erschöpft sich nach ca. zehn Ansätzen. Nachdem die Vermehrung des echten Kefirs wirklich schnell geht und man irgendwann nicht mehr weiß, wohin mit ihm, bekommt ihr sicherlich "Ableger" von Kefirbesitzern.
Ich möchte keine Informationen einfach kopieren und hier reinsetzen. Eine sehr informative und umfassende Seite ist  HIER zu finden. Dort könnt ihr euch noch intensiver über Heilwirkung sowie mögliche Variationen informieren und Wasserkefir, Milchkefir oder Kombucha erwerben.
Ich bemerkte bisher, dass meine Haut (reagiert leider auf Alles) besser geworden ist. Die Verdauung gerät nach dem Genuss gut in Bewegung und das macht sich (laaaangsam) auch auf der Waage bemerkbar. Andere positiven Reaktionen sind spürbar, doch ob diese nur auf den Kefir zurückzuführen sind, kann ich nicht sicher genug sagen. Ich trinke ihn einfach weiterhin und mixe das fertige Getränk auch mal mit anderen Getränken oder lasse es im Kühlschrank noch zwei Tage reifen. Da ist es dann toll, auch mal den Geschmack mit Hilfe von Kräutern zu verändern. LECKER!





Kommentare:

  1. Danke für die tolle Anregung. Ich bekam vor einiger Zeit einmal so ein Getränk angeboten und nun ist es super, zu lesen um was es sich handelt. Da werde ich mich mit dem Link noch genauer befassen. Vielen Dank noch für das große Lob für meinen Blog. Es hat mich sehr gefreut, dass Du genre bei mir liest. Ich lese auch alle Deine Posts, freue mich daran und lerne dabei immer wieder etwas Neues.
    Liebe Grüße von Marie

    AntwortenLöschen
  2. Ja:)) habe Kefir zu vergeben unter: annemeyer.meyer@gmail.com

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Anne,

      erst einmal ♥-lich Willkommen und liebe Grüße nach Bayreuth!
      Carola

      Löschen
    2. Hallo Anne,
      würde Dir gern Kefir abnehmen! Schreib zurück zu welchen Konditionen.
      Karla Karnstedt

      Löschen
    3. Hallo Karla,

      um Anne zu kontaktieren, müsstest du die obige Email-Adresse verwenden. Wenn du hier antwortest, bekomme ich die Nachricht.

      Hab eine gute Zeit
      Carola

      Löschen
  3. Ich möchte mal etwas zum Kefir mit Kontakt zu Metallen sagen. Immer wieder liest man, das Wasserkefir, Milchkefir und Yoghurt nicht mit Metall in Berührung kommen soll. Angeblich sollten die Mikroorganismen einen Stromschlag erhalten oder das Metall reagiert mit der Milchsäure. Die daraus entstehen Laktate würden die Milchsäurebakterien schädigen. Es sieht so aus, als hätten alle immer stets voneinander abgeschrieben ohne dieses zu überprüfen!
    Nun sind mehr als die Hälfte aller Elemente im Periodensystem Metalle mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Erdalkalimetalle (Natrium, Kalium, usw.) und Alkalimetalle (Kalzium als Metall) reagieren mit Wasser zu sehr ätzenden Laugen und kommen so mit nicht in Frage. Sie sind sehr unedel und chemisch sehr reaktionsfähig. Nehmen wir mal die Metalle, die sich im Haushalt befinden. Da gibt es Gold, Silber, Aluminium, Kupfer, Blei, Zinn und Eisen. Eisen häufig in Form als Edelstahl. Gold ist ein sehr edles Metall und gegenüber starken Säuren und Laugen sehr beständig, so daß die Milchsäure sowieso nichts anhaben kann. Mit einen Goldlöffel kann Kefir ohne Schaden zu nehmen berührt werden. Es passiert dabei nichts! Silber ist zwar auch sehr edel, jedoch reagiert es mit schwefelhaltigen Verbindungen wie sie in Eiern enthalten sind, so daß ein Silberlöffel sich schwarz färbt, wenn man damit ständig Eier ißt. Ein Silberlöffel wäre somit für eine Kefirkultur auch unschädlich, da Schwefelverbindungen kaum vorkommen, weil die Knolle aus Polysacchariden besteht. Blei ist das unedelste Metall im Haushalt und kommt wegen seiner Giftigkeit in der Küche gar nicht in Frage. Zinngeschirr wird wohl kaum für den Haushalt benötigt, und wird eher als Zinnsammlung hinter Vitrinen sein Dasein fristen. Kupfergeschirr wird man wegen der giftigen Grünspanbildung mit Essigsäuren nicht benutzen. In Kupferbehälter sollte man eh keine sauren Speisen oder saure Salate hineinbringen, womit Kupfer ebenfalls ausscheidet, weil es giftige Kupfersalze bildet. Das Gleiche gilt für Messing und Bronze, welches Kupferlegierungen sind. Also bleibt nur noch Aluminium und Edelstahl übrig. Aluminium ist mit einer schützenden Oxydschicht überzogen, die säureresistent ist. Jedoch kann diese mit Stahlwohle abgekratzt werden, so daß das unedle Aluminium mit stärkeren Säuren oder mit organischen Säuren unter großer Hitze und Druck reagieren kann. Bei Schnellkochtöpfen, die aus Aluminium bestehen und manchmal mit Stahlwolle gesäubert werden, spielt das schon eine Rolle. Doch den Kefir wird man nicht unter solchen Bedingungen mit Aluminium nicht bringen, weswegen Aluminium zur Not ohne Probleme mit Kefir in Kontakt kommen kann, sofern man ihn nicht tot kocht. Edelstahl ist heute ziemlich korrosionsfest gegenüber Wasser, und Säuren. Nur sehr starke Säuren wie konzentrierte Salpetersäure, Salzsäure und Schwefelsäure zerstören auch den Stahl. Organische Säuren zeigen keine Reaktion mit Stahl, weswegen Edelstahl und Kefir ohne Probleme in Kontakt kommen dürfen. Einen Stromschlag würden die Kefirorganismen nur dann bekommen, wenn man zwei verschiedene Metalle über ein Elektrolyt zusammenkommen. Gibt man beispielsweise den Kefir in einen Zinnbecher mit leicht salziger Milch und rührt mit den Kupferlöffel um, dann bildet das System Milch, Salz, Kupfer und Zinn eine galvanische Zelle (Batterie). Dabei treten Ströme auf. Doch wer rührt schon seinen Kefir in einen Zinnbecher mit einen Kupferlöffel in salzhaltiger Milch um? Die meisten in der Küche benutzen Gebrauchsgegenstände sind aus Edelstahl, der den Milchsäurebakterien nichts anhaben kann.
    Das Verbot mit den Metall hat vielleicht historische Gründe, weil man früher durchaus Speisen in Kupferschüsseln oder Zinngeschirr gelagert hatte, wodurch Speisen gesundheitsschädlich verändert wurden.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank, dass ihr eure Gedanken und Meinungen mit mir teilt!