Donnerstag, 30. August 2012

Sonnenphänomen - Nebensonnen und 22°C Halo







Immer wieder toll zu sehen und für mich ein fesselndes Ereignis. Nebensonnen! Was man hier sehen kann ist keine Linsenspiegelung der Kamera, sondern ein Naturphänomen. Ein Ausblick, den ich von meinem Wohnzimmerfenster aus öfters genießen kann. Anklicken der Bilder vergrößert diese.





Diese Erscheinung nennt sich 22° Halo. Das Wort Halo kann man mit "Ring" übersetzen. Er entsteht wenn Cirruswolken am Himmel stehen und das Sonnenlicht sich in den Eiskristallen in der Luft bricht.





Der Lichtring steht mit einem Radius von 22° um die Sonne. Manche haben das Glück und sehen den gesamten Lichtkreis um die Sonne, doch häufiger sind eine oder zwei Nebensonnen am Himmel zu sehen.





Faszinierend an den Nebensonnen ist, dass sie wie die Sonne blenden können und das erste Mal als ich eine sah, war ich irritiert von dieser Helligkeit. Manchmal bilden diese Nebensonnen auch parallel zum Horizont Schweife aus, die wegwärts von der Sonne zeigen. 





Der Regenbogen erscheint mit der rötlichen Seite immer am inneren Rand zur Sonne hin, während das weiße Licht sich am äußeren Rand bildet.  Beim Regenbogen ist es übrigens genau umgekehrt. Dort erscheint die Farbe Rot am Außenrand.





Dieses Phänomen gibt es übrigens viel öfters zu sehen, als ein gewöhnlicher Regenbogen - wenn man darauf achtet. Was mir gefällt ist, dass man - wenn man die Nebensonnen entdeckt - diese länger als einen gewöhnlichen Regenbogen beobachten kann.





Bei diesem Bild kann man schon fast den 22° Ring erahnen. Er ist leider nur sehr schwach und unvollständig ausgeprägt.





Oben an der einzelnen Wolke ist bei den letzten zwei Bildern auch ein Regenbogen sichtbar. Dies müsste ein oberer Berührungsbogen sein.  Manchmal hat man das Glück und sieht den Bogen ähnlich wie das Astrozeichen des Widders oder einer Möwensilhouette. Also schaut mal bei Schleierwolken und Sonnenschein öfters nach oben! Es lohnt sich. Schade ist nur, dass meistens nach 2-3 Tagen dann das Wetter zum Schlechten umschlägt.






Mittwoch, 1. August 2012

Ferien, Ferien nichts zu tun




Ein Lied, dass wohl seit dem 1. August ganz viele Kinder in Bayern trällern und so manche Eltern sehnsüchtig aufseufzen lässt...


Ferien, Ferien nichts zu tun...


DAD
D          A         G          A        D       A          G      A
Ferien, Ferien nichts zu tun,  Ferien um mal auszuruh`n!
D               A            G            A       D        A        D
Lang hab´ ich mich darauf gefreut, Ferien gibt es heut!


1. Frei bin ich und so vergnügt, weil es Sommerferien gibt. 
Ich mag Sommer, Sonne, Sand, ein Sonnenbad am Strand.   Refr.

2. Reisen um die halbe Welt, einfach tun, was mir gefällt! 
Wandern, Baden, Spiel und Spaß und Faulenzen im Gras.    Refr.

3. Einer schwitzt im Wüstensand, andre fahr`n nach Ameland. 
Einfach mal was ganz and`res sehn - wer kann das nicht verstehn? Refr.




Leider habe ich keinen Autoren oder Link dazu gefunden. Das Lied macht gute Laune und deshalb wird es fröhlich bei uns zu Hause gesungen. FERIEN!!!

Sonntag, 29. Juli 2012

Kindermund (3) Lohnenswerte Bestattung?






Meine Kleine sucht das ernsthafte Gespräch mit ihrer Oma.

Im Fernsehen hat sie zuvor ziemlich zeitnah zwei interessante Sendungen verfolgt:
Die erste Dokumentation sah sie bei ihren Großeltern und handelte von den verschiedenen Arten der Bestattungen und wie unterschiedlich die diesbezüglichen Wünsche der Verstorbenen aussahen. Wie meine Eltern bestattet werden wollen, wissen die ihnen näher stehenden Menschen seit vielen Jahren. In der Familie wurde es dann noch einmal vor zehn Jahren besprochen, als meine erste Tochter verstarb und wir uns um ein Familiengrab kümmerten. Wir wissen, wo wir unsere letzte Ruhestätte haben werden.
Die zweite Sendung war von Pur+ im Kika-Kanal. Dort war Thema: "Erik und die Superdiamanten". Unter anderem kam zur Sprache, dass man Diamanten auch künstlich herstellen kann. Das war natürlich auch Thema der ersten Sendung. Denn einige Menschen lassen sich nach dem Tod zum Diamanten umwandeln.

Meinen Kindern ist bekannt, dass Oma und Opa sich verbrennen lassen wollen.
Meine Kleine bohrt also nun bei Oma nach. Nach sehr vielen direkten Fragen über das Sterben, den Tod und den Beerdigungsmöglichkeiten kommt sie direkt zur Sache:


Kleine nachdenklich: "Du Oma, kann man denn aus einen Menschen zwei Diamanten machen?"

Oma grinsend: "Nein, man kann aus einen Menschen ja auch nur einen kleinen Diamanten herstellen."

Kleine forschend: "Ooommmaaaaaa? Wirst du später auch zum Diamanten?"

Oma lachend: "Nein,..."

Kleine enttäuscht: "Dann lohnt sich doch das Verbrennen gar nicht!"








Samstag, 28. Juli 2012

Stacheline feiert Hochzeit


Wollt ihr wissen, was Stacheline so treibt? 
Ich habe mich riesig gefreut, denn sie hat sich einen prächtigen Stachelmann angelacht und wurde beim Hochzeitstanz entdeckt. So klein sieht sie nicht mehr aus. Meine Igeldame hat das hellere Stachelkleid und ist auf dem oberen Bild links zu sehen und auf dem unteren rechts. Sie war auch weniger scheu und spitzte vorwitzig nach einigen Minuten mit der Nase hervor. Das Männchen war gar nicht erfreut und reagierte höchst unwillig. Er blieb eingerollt. Wer mag es ihm verdenken. Mir genügte der Anblick und ich habe sie nicht weiter gestört.
Ist es nicht toll, dass sie hier blieb und es beiden gut geht?



Freitag, 27. Juli 2012

Gelassenheit

Dukaten-Feuerfalter (Lycaena virgaureae)  auf Arnikablüte



Momentan werde ich im "Reallife" mit "Nettigkeiten" konfrontiert, die mir aufzeigen, welch` Bösartigkeit doch manchen Menschen inne wohnt. Es ist schwierig, sich nicht anstecken zu lassen und sachlich zu bleiben, vor allem da ich zum Teil persönlich angestachelt oder auch angegriffen werde. Manche informieren mich über scheinbare "Ungeheuerlichkeiten" die hinter/auf meinem Rücken ausgetragen werden und warten spannungsgeladen, wie ich auf die Neuigkeiten reagiere. 

Also verbringe ich viel Zeit mit meinem Hund tief in den Wäldern, in denen selbst keine Handystrahlung mehr hindurch dringt und erforsche viele neue Waldgebiete. Ich verstehe, warum mancher Mensch gern als Einsiedler lebte. Es ist herrlich entspannend.

Die Natur kann natürlich grausam sein. Sie ist es im Auge des menschlichen Betrachters, der Opfer und Täter sieht. Die Natur aber ist nie berechnend bösartig und hinterhältig. Sie regelt ihr Überleben - nicht mehr. Mit ihren Strategien. Armer Mensch! 

Luft holen. Schritt für Schritt gehen. Immer tiefer einatmen. Erst sind es harte Schritte. Gedankenkarussell. Es ist die Luft im Wald, die würzige Schwere des Waldbodens die empor steigt, das rhythmische Bewegen des Waldgrases, das Grün der verschiedenen Moose, das Gemurmel des Waldbaches, die Schritte werden weicher. Ruhe finden, Kraft tanken, Gedanken fliegen davon. Es gibt in der Natur viel zu viel zu entdecken. Wer möchte bei dieser Fülle an Schönem dem Negativen noch Platz schenken? 
Der römischen Dichter Horaz soll seinen Zuhörern geraten haben:



"Erhalte in stürmischen Zeiten sorgsam Dein Herz in gelassener Gleichmut.

Besinne Dich auf Deine Kraft,

vertraue Dir selbst 

und auf den Sieg des Guten, dem Du dienst.

Und überlasse,

wenn andere Dich kränken oder verletzen,

den Ausgleich dem Schicksal 

mit der gelassenen Einstellung:


Wer mir schadet, wird vom Schicksal erzogen.




Oder wie wir im Frankenwald gerne sagen: 
"Der Herrgodd lässd der Gaas, den Schwooz nie zu long wochs!" 
Übersetzung:"Der Herrgott lässt der Ziege den Schwanz nicht zu lang wachsen!" 






Mittwoch, 18. Juli 2012

Schwarzstorchakrobatik oder Odensvala die Schwalbe des Odins

Odins Schwalbe im  Landeanflug

Er wurde zum Boten der schlechten Nachrichten. Wenn er erschien sollte es ein Zeichen sein, dass Krieg,  Krankheiten oder andere Nöte auf die Menschen hereinbrechen würden. Selbst bei Kriegszügen der Samoa-Insulaner wurde er als Orakel genutzt. Flog er in Richtung des Kriegsplatzes, war es ein gutes Omen und man zog frohen Mutes in den Krieg, doch war die gegensätzliche Richtung seines Fluges gefürchtet. 
In Polen sagt eine alte Volksweisheit: "Gott und Teufel schufen zusammen die Störche. Gott schuf den Weißstorch und gab ihm weiße Federn, der Teufel aber gab dem Schwarzstorch seine schwarze Farben. In Amerika wurde dem Schwarzstorch im 20. Jahrhundert unterstellt, dass er die behinderten und entstellten Kinder zu den Menschen brachte und das, obwohl dort kein Schwarzstorch lebt.
Im germanischen Bereich wurde der Schwarzstorch Odin zugesprochen. Der Mythologie nach sollte Odin einen schwarzen Storch besessen haben. Dieser informierte seinen Herrn über alle Vorkommnisse im Reich. Da er so schnell und geschickt dabei war, bekam er den Beinamen "Odens svala" - Odins Schwalbe. Ob sein Federkleid auch mit ausschlaggebend war, ist nicht bekannt.
Der Schwarzstorch soll zudem die gefallenen Krieger zu Odin, den Kriegs- und Totengott, hingebracht haben.



Hier kann man keine Kinder bringen - die Rollos sind zu.

Ich finde interessant, dass man ihn früher sogar nützlicher als den Weißstorch hielt, da er Kreuzottern auffraß. Diese bevorzugen krautige, schattige Bereiche und leben versteckt. Dort geht auch gerne der Schwarzstorch auf die Jagd. Da hat der Rotfuß doch etwas mit Odin gemeinsam. Auch Odin bekämpfte Schlangen.
Später wurde sein Ruf beschmutzt und er wurde verfolgt.
Eine alte Volksweisheit sagt, dass man den Schwarzstorch vermehrt sieht, wenn ein nasses Jahr zu erwarten ist. Na, dieses Jahr trifft es wirklich zu. Ob allerdings mehr Störche zu sehen sind, wegen dem nassen Wetter oder das Wetter so schlecht ist wegen dem Storch, wer weiß? Ich nehme den Regen gerne in Kauf, dafür sehe ich den Schwarzstorch zu gern.



Flugübung für Fortgeschrittene


Seht ihr, wie knapp er manchmal die Leitungen überfliegt? Wenn ihr das Bild anklickt könnt ihr es besser erkennen. Die meisten Störche scheinen im Übrigen eher durch das Anfliegen von Masten als Ruheplatz umzukommen, als durch das Berühren der Leitungen im Flug, aber mir bleibt dennoch immer regelrecht die Spucke weg oder das Herz fast stehen. Ob bei uns wenigstens einige Masten mit Rastbrettern geschützt sind? Ich glaube kaum - leider. 

Größenverhältnis Schwarzstorch zu Hausdach

Wie schon im vorherigen Schwarzstorchpost beschrieben, ist er etwas schwerfällig im Abflug vom Boden und wenn er im Dorf aufgeschreckt wird, ist die Gefahr eines Stromunfalles nicht auszuschließen. Leitungen werden nicht als Gefahr erkannt und "Vermeidungslernen" funktioniert nicht bei Stromkontakt. Da es sich um einen alteingesessenen Schwarzstorch handelt, hoffe ich, dass er die Örtlichkeit und die dazugehörigen Hindernisse weiterhin gut einschätzen kann. Er fliegt in der Luft wirklich sehr geschickt und schafft es schnell, größere Distanzen zu überwinden.

Man kann doch mal ins Kinderzimmer schauen, oder?

Kann man so einen großen Vogel überhaupt übersehen? Egal ob auf dem Boden oder in der Luft - ich bewundere diese Eleganz, seine Voraussicht und seine wundervolle Ruhe und Gelassenheit, die er vermittelt, wenn er ungestört ist.




Donnerstag, 12. Juli 2012

Ich werde alt...


Heute musste ich richtig herzhaft lachen.

Bekomme ich im Gespräch mit einer älteren Frau zu hören:
"... Mei Moo wedd älder, meina Aangn wern immer schlechder - der Herrgod hot fei a Ei`sehn!"

Übersetzung:
"... Mein Mann wird älter, meine Augen werden immer schlechter - der Herrgott hat wirklich ein Einsehen!" 

Na, das tröstet mich nun doch ungemein!

DANKE!



Voller Erstaunen habe ich heute ein Jubiläum entdeckt.

21.000 Zugriffe griffen mittlerweile auf meine Seite zu, 97 Personen haben sich zum regelmäßigen Lesen hier angemeldet und 49 verschiedene Länder verweilten bisher zu Besuch.

Dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken. Vor allem aber bei den lieb gewonnenen Bloggern, die meine längeren Blogpausen und "Stillezeiten" (betrifft Kommentare schreiben) nicht übel nehmen und mir mit Herzlichkeit begegnen. DANKE!


Sonntag, 8. Juli 2012

Frisch geschlüpft


Frisch geschlüpft und stark verknittert fand ich ihn  - den Wegerichbär (Parasemia plantaginis). Es war wunderschön zu beobachten und dieser Moment erfüllt mich immer wieder mit Ehrfurcht. Egal ob bei Libelle oder Schmetterling, wenn sich die Flügel entfalten und am Ende sich diese zarten, unberührten Farbschönheiten das erste Mal vom Blatt erheben, ist es ein berührender Moment.





Im Englischen nennt man diesen auffälligen Falter auch Tiger Wood. Im Wald habe ich ihn auch gefunden. Die Flügelzeichnung ist scheinbar sehr vielfältig. Bei den Exemplaren des Wegerichbären bestehen Farbschwankungen wie bei kaum einer anderen Art. Aufgrund der Fühler und der orangeroten Färbung der Hinterflügel denke ich, dass ich ein Männchen gefunden habe. Männchen haben zudem oft breitere (gekämmte) Fühler. Damit riechen sie die Lockstoffe der Weibchen besser. Außerdem sollen die Männchen weiße Beine haben. 




Ich setzte den auffälligen, tagaktiven Nachtfalter wieder zurück an Ort und Stelle. Er brauchte noch Zeit um sich voll zu entfalten. Ihm ist nicht klar, dass er auf der Vorwarnstufe der Rote Liste steht und es ihn ihn manchen Bundesländern kaum mehr zu sehen gibt. Dort ist er schon in der Liste "aufgestiegen". Hoffentlich findet er ein Weibchen und vermehrt sich ungestört weiter.



Dienstag, 3. Juli 2012

Zarte Schönheiten - Grünwidderchen



Herrlich grazil und einzigartig in der Farbbrillanz sind sie die kleinen, schillernden Persönlichkeiten unter den Schmetterlingen - Grünwidderchen. 





Manche sehen auch eher blauschillernd aus. Die genaue Art zu bestimmen, kann man nur den Fachmann überlassen. Sie gleichen sich einfach zu stark. Aufschluss geben die Genitalien der tagaktiven Nachtfalter.



Sind sie nicht toll anzusehen? Der grünmetallische und/oder blaumetallische Glanz der Flügel wird bei Sonneneinstrahlung noch verstärkt. Egal ob auf der Kuckuckslichtnelke oder auf der Witwenblume, wenn ich sie sehe weiß ich es ist endlich Sommer.







Montag, 25. Juni 2012

Ein gern gesehener Gast - der Schwarzstorch




Alle Jahre wieder freue ich mich über die Heimkehr des Schwarzstorches. Im Frankenwald ist mittlerweile -  laut Cordula Kelle-Dingel (Schwarzstorchbeauftragte des LBV  aus der Kreisgruppe Kronach) - die größte Besiedlungsdichte des Waldstorches in Deutschland zu finden. 2006 ordnete man dies noch den hessischen Wäldern zu. Während Samuel Schilling 1837 schrieb, dass der Schwarzstorch in Deutschland nicht nisten, sondern nur durchziehen würde, konnte J.F. Naumann Gebiete in Deutschland mit Brutpaaren benennen. Naumann beschrieb schon 1800 und später noch einmal um 1838 sehr gut den Schwarzstorch und erklärte, dass der "wilde Storch" sehr versteckt lebt und man ihn kaum schießen könne, da er so achtsam sei. Weiterhin erklärte er, dass Baummarder sehr oft dessen Brut zerstören würden und die Vogeleltern im direkten Umkreis kein weiteres Brutpaar dulden, sondern diese mit Flugangriffe und Bissen vertreiben. Er empörte sich darüber, dass Weißstorch und Schwarzstorch sich im Verhalten  "entsetzlich voneinander abwichen".


Ich mag ihn einfach. Man nennt ihn "den kleinen Bruder des Weißstorches", dabei ist er nur unmerklich kleiner. Auf meinen Fotos sind Altvögel zu sehen. Ich konnte sie bei ihrer Futtersuche für die Jungen fotografieren. Wie in meinen früheren Posts schon erwähnt, sollte man bei Spaziergängen durch Waldgebiet nicht den Weg verlassen. Für Waldtiere ist ein Spaziergänger, der ohne zu zögern weiter läuft, eine potentielle Gefahr, mit der sie leben können. Sie kennen den Verlauf des Weges und reagieren dann verständlicherweise empfindlich, wenn sich am Vertrauten Geschehen etwas ändert.



Sie haben ihre Strategien entwickelt. So kann es sein, dass sehr knapp neben einem plötzlich ein Reh weg läuft, das vorher unerkannt sich im Unterholz versteckt hat. Andere wiederum bleiben auf der Wiese stehen und beobachten dich und dein Verhalten. Sobald du stehen bleibst, wirst du zur Gefahr und sie ziehen sich zurück. Auch der Schwarzstorch reagiert so. 1977 wurde mein Vater noch verlacht, weil er einen jungen Schwarzstorch im Waldbach gesehen hatte. Auch mein Großvater berichtete von dem scheuen Vogel, den er bei Waldarbeiten entdeckte. Viele wussten damals noch nicht, dass es Schwarzstörche bei uns gibt und dachten, ihnen würde ein Bär aufgebunden werden.


Wenn ich in den verschiedenen Büchern oder in den Weiten des Internets mehr über den Schwarzstorch wissen möchte, fällt mir auf, dass vieles übernommen wurde und ohne eigene Erfahrungen, aus Mangel an Überprüfung und Beobachtungsmöglichkeiten, einfach immer weiter gegeben wird. Der Schwarzstorch ist wirklich äußerst vorsichtig, doch dies sind auch andere Waldtiere. Dass er Menschensiedlungen absolut meidet kann man aus meiner Sicht nicht pauschalisieren. In Dörfern mit naturnahen breiteren Bächen, dichteren Randbewuchs und wenigen Einwohnern kann man ihn entdecken - nicht nur in unserem Dorf. Er hat allerdings auch seine "Zeiten". Vor drei Jahren hatte "unser Stammgast" die Eigenheit, früh um ca. ab sechs Uhr seine Route abzufliegen. Man konnte sich sicher sein, dass man ihn aus dem Fenster ca. eine halbe Stunde lang beobachten konnte. Dieses Jahr ist er später zu sehen und statt am Abend fliegt er gerne schon seine Runde am Nachmittag. Die Flugroute zur Futtersuche ist jährlich anders, bleibt aber während der Brutsaison weitgehend konstant.


In diesem Garten z.B. hielt er sich regelmäßig auf und er verschwand knapp fünf Minuten, bevor auf der Straße gegenüber lauthals die Jalousien geöffnet wurden. Er war immer den Menschen voraus. Er blieb im "oberen Dorfbach" solange das Milchauto in der Dorfmitte die Milch abholte, flog so Stück für Stück den Bach hinab, oftmals ohne wahrgenommen zu werden. Ich wohne am Berg, habe einen guten Ausblick und wenn man seine Zeiten und Gewohnheiten kennt, kann man ihn doch häufig bei uns beobachten. Manchmal liefen Menschen zum Bus und haben ihn im Bach nebenan nicht wahrgenommen. Die Gartenbesitzerin übrigens, war ganz erstaunt, als sie von ihrer Luxusvariante der Kleingetierbekämpfung erfuhr. Sie meinte nur: " Waßta, ich hou des ganza Joohr nuch kaa aanzicha Schneck g`sehn, obä ich hou trotzdem lauder gruußa Löcher im Soloud g`hobt!"
ÜBERSETZUNG: "Weißt du, ich habe das ganze Jahr noch keine einzige Schnecke gesehen, aber ich hatte trotzdem lauter große Löcher im Salat!"



Diese Bilder zeigen, wie nahe er ans Haus kommt. Am frühen Morgen wurde der Storch im Bach aufgeschreckt und zog sich zurück. Ich sah ihn fliegen und dachte mir, er wird nun seine Runde durch das Dorf abbrechen. Ich sah ihn aber nur auffliegen, doch nicht an Höhe gewinnen, also schaute ich zum anderen Fenster hinaus. Mein Nachbar hat Bäume kürzen lassen und auf einen dieser entkronten Bäumen wartete nun der Rotschnabel darauf, dass die Menschen weiter ihres Weges gehen würden. 


Auf was man normalerweise ja nicht gefasst ist, ist zur Zeit der Krötenwanderung einen Schwarzstorch auf der Straße zu sehen, der sich in der Morgendämmerung noch eine Mahlzeit auf der Straße sucht. Da glaubt man schon an eine Sinnestäuschung und ist froh, wenn man rechtzeitig bremsen kann. Das geschieht sicherlich nur in schlechten Fischjahren. Kröten mag er scheinbar nicht, eher noch Waldfrösche. Davon abgesehen ist er meistens bei der Futtersuche im Bach zu finden und dann erst auf der Wiese. 



Die Luft halte ich oft an, wenn der "Ciconia nigra" im Dorf seine Runden fliegt. Er segelt mit seinen weiten Schwingen wundervoll in den Lüften und nutzt dabei die Thermik, aber im Abflug ist er etwas schwerfällig. Das ist auch ein Grund, warum man ihn nicht stören sollte. Er gewinnt nicht so schnell an Höhe und so streicht er oftmals nur knapp an den Leitungen vorbei. Erschrocken bin ich einmal, als der Schwarzstorch beim Abfliegen von einer Windböe erwischt wurde. Er musste stark kämpfen und kam kaum vorwärts geschweige denn hoch. Auch das wird wohl dazu beitragen, dass er sehr frühzeitig auf Störungen reagiert und versucht in die sicheren Lüfte zu kommen. 



Manche Leute fragen mich auch, ob ich mich nicht täusche und den Storch mit einem Reiher verwechsle. Schaut euch mal beide Bilder an. Ein Storch fliegt mit ausgestrecktem Hals und ein Reiher winkelt diesen an.  Der Reiher streckt den Hals nur beim Lande- und Abflugmanöver. Daher kann man auch weit oben fliegende Vögel gut bestimmen.


Noch ein Grund, warum man die Wege im Wald nicht verlassen sollte...
Schwarzstörche sind sehr empfindlich was Störungen im Nestbereich betrifft, wenn die Jungvögel noch sehr klein sind. Es wird berichtet, dass sie ihre Gelege und auch die junge Brut verlassen. Naumann widerspricht  dieser Aussage, doch der Vogel ist viel zu selten, als dass man diesbezüglich Experimente wagen und sich einem Horst nähern sollte. Ich habe erst einmal junge Schwarzstörche gehört. Ich sah kein Nest - habe auch nicht weiter danach gesucht - hörte aber das muntere Treiben. Nein, es war kein Geklapper, aber ein ungewöhnliches Geknarze und ein mehrstimmiges "gequetschtes ungestümes Fuüiiiiii" - schwer zu beschreiben. Den Altvogel sah ich erst später fliegend.



An dieser Stelle fand ich im Juli 2011 das Skelett eines Jungvogels. Frau Petra Brehm von der Unteren Naturschutzbehörde verwies mich zur Frau Kelle-Dingel, die nach Rücksprache mit Spezialisten die Bestätigung gab, dass es sich um ein Schwarzstorchjunges handelte. Das Skelett war in zwei Teile zerfallen und lag etwas auseinander. Wobei es mich immer noch verwundert, dass weder Fuchs oder Krähen das Aas vertilgten. Der Jungvogel starb scheinbar 2010, denn ein verstorbener Jungvogel der 2011er Brut wäre im Juli nicht so weit skelettiert gewesen.


Während freie Objekte in der Landschaft weiträumig umsegelt werden können, sind Transformatoren und Stromleitungen im Waldgebiet gerade für unerfahrene Jungvögel eine Gefahrenquelle, da ausweichende Flugmanöver bei ungünstigen Windverhältnissen oftmals von Misserfolg gekrönt sind. 



Der Wald hat viele Augen... Wenn ihr die Bilder anklickt, könnt ihr erkennen, dass das gefiederte Langbein immer in die Kamera schaut. Bevor ich ihn sehe, hat er mich schon längst entdeckt. Er ist klug und vorausschauend. Hoffentlich entwickeln sich die Bestände weiterhin so gut. Allein in Bayern sollen es nun über 100 Brutpaare sein. In den letzten Jahren wird größeres Augenmerk auf ihn gerichtet und ich denke, dass das und auch die Möglichkeit, Schwarzstorchbeobachtungen zu melden, die Kartierung erleichtert hat.


Sieht man einen Schwarzstorch, kann man dies bei der jeweiligen LBV-Gruppe melden. Das soll vor allem dazu dienen, dass Altbaumbestände im Waldgebiet nicht gerodet werden, die Anzahl der Langbeine kartiert und er somit besser geschützt werden kann. Die Meldungen werden dann von Fachleuten überprüft. Da der Schwarzstorch seine Gewohnheiten hat, können auch Zufallssichtungen und "Falschmeldungen" erkannt werden. Grausig fand ich vor zwei Jahren die Aktion eines  Radiosenders. Er berichtete zwar sehr informativ und souverän über den Schwarzstorch und dass er in Thüringen (im Grenzgebiet zu uns) gesichtet worden war. Er nannte den Ort und rief die Leute dazu auf, sofort im Sender anzurufen, wenn sie ihn sehen. Gott sei Dank waren die einheimischen Bürger vernünftiger und verrieten ihn nicht. Es wäre zur Hetzjagd für den Storch geworden, wenn man Ort und Zeitpunkt im Radio durchgegeben hätte. Ihm hinterher zu fahren und regelrecht zu verfolgen wäre katastrophal gewesen.


Wer noch mehr über den Schwarzstorch erfahren möchte - HIER gibt es eine wundervolle informative und ausführliche Seite von Carsten Rhode, der sich stark für das herrliche Tier einsetzt. Zudem hat er einen BLOG mit wundervollen Aufnahmen. Ein Traum! Ich beiße mir ja immer noch regelmäßig in den Allerwertesten, weil ich mit meiner Kamera nicht das, was ich sehe, scharf einfangen kann.



Mittwoch, 20. Juni 2012

Spruch des Tages





Ich bin nur

für das verantwortlich, 

was ich sage -

nicht für das, 

was du verstehst.









Montag, 18. Juni 2012

Endlich blüht die Arnika!




Wie ich mich doch alljährlich auf die Blütezeit der Strubbelköpfe freue. Ordentlich sieht sie nicht aus, dafür strahlt sie mit unwiderstehlichen Charme aus der Wiese heraus. Ihr sattes Dottergelb leuchtet weit heraus, auch wenn nur einzelne Blüten zu sehen sind - ein echter Hingucker also.


In den letzten zwei Jahren setzten die Spätfröste der Arnika stark zu. Dieses Jahr sind zwar viele Rosetten zu sehen, doch die Blüte ist nicht so stark. Ich beobachte gerne die verschiedenen Wiesen in ihrer Enwicklung und staune über so manche Veränderung im Bestand. 




Heuer waren sehr viele ährige, weiße Teufelskrallen und große Bestände Kuckuckslichtnelken zu finden. Auch das orangerote Habichtskraut vermehrt sich zusehend. Eine meiner Lieblingswiesen leidet. Es blühen normalerweise im April dort Unmengen an Knabenkräuter und im Juni die Arnika. Leider ist in der Nachbarschaft ein Getreidefeld und das wurde gedüngt. Der Regen schwemmte die Jauche scheinbar zu weit aus. Das "Wolferlei" ist zu 4/5 aus der Wiese nun verschwunden.





An anderen Stellen kommen immer mehr neue Arnikas zum Vorschein. Die Rosetten sind nun an vielen Stellen weit ausgeprägt. An Straßenrändern würde man sie normalerweise kaum vermuten, doch auch da erscheint sie im Gemeindegebiet immer öfters.




Der viele Regen ließ die Gräser stark wachsen und die viele Konkurrenz machte der Johannisblume arg zu schaffen. Ich hoffe, sie steckte ihre Kraft deshalb dieses Jahr mehr in die Bildung eines starken Rhizoms,.Vielleicht haben wir im nächsten Jahr eine starke Blüte.



Ich würde gerne dieser starken Heilpflanze unserer Region mal einen ausführlicheren Post widmen. Leider wurden mir schon mehrfach der Text von Kornelkirsche & Co komplett herauskopiert, so dass ich (was Kräutersteckbriefe betrifft) mich etwas ausgebremst fühle. Wer Interesse hat, kann aber gerne an den Kräuterwanderungen der Arnikastadt Teuschnitz teilnehmen und live vor Ort mehr über Heilkraft, Wachstumsbedingungen, Mythologie und vieles mehr erfahren. Ich würde mich freuen, euch mal persönlich kennen zu lernen.


Freitag, 18. Mai 2012

Geburtstag - Nur geliehen...



Nur geliehen

Ich leihe Euch für eine Zeit 
ein Kind von mir, sprach Gott. 
Liebt es solang sein Leben währt, 
betrauert es im Tod.
 
  Es kann sechs, sieben Wochen nur, 
auch dreißig Jahre sein, 
doch wollt ihr es auf Widerruf 
an meiner statt betreu`n?

Es ist so lieb und habt ihr es 
auch nur für kurze Zeit, 
so bleibt Euch die Erinnerung 
als Trost in Euerm Leid.
 
  Versprechen kann ich nicht, 
wie lang und wann das Urteil fällt, 
damit dies Kind euch manches lernt 
da drunten auf der Welt.

So wird auf Abruf dieses Kind 
jetzt in die Welt geführt , 
damit die Lehre, die ich gesandt 
auch eure Seele rührt.

  Ich suchte lange weit und breit
 ein Paar, das mir gefällt, 
und aus der Menge hab ich dann 
euch beide ausgewählt.

Erweist ihm Liebe noch und noch 
umsonst ist keine Müh` 
und hasst mich nicht, 
wenn ich es ruf` zu mir zurück so früh.  
 
  Ich höre Eure Worte schon; 
O Herr, dein Wille gescheh` 
und um der Freude an diesem Kind 
riskieren wir auch das Weh.

Wir liebten es mit Zärtlichkeit 
solang er bei uns war 
und Dankbarkeit für dieses Glück 
erfüllt uns immer dar.

  Du kamst jedoch und riefst es fort 
viel eher als vorgesehen, 
O Herr vergib uns unseren Schmerz 
und hilf uns zu verstehen.

Der unbekannte Autor (Brigitte?) des wunderschönen Gedichtes, hat mir damals - wie auch heute - aus der Seele gesprochen. Vor elf Jahren, als meine Tochter geboren wurde, in den vielen Monaten auf der Intensivstation, sprachen wir Eltern untereinander sehr offen über den Tod - der unser täglicher Begleiter war. Dieses Gedicht gab mir eine betroffene Mama zum Lesen. Ich schrieb es mir aufgrund meiner Vorahnung ab, die sich leider bewahrheitete.

Der Mai ist jahreszeitlich gesehen ein wunderschöner Monat. Er hat für mich einen faden Beigeschmack.

Über meine Gefühle mag ich nicht schreiben. Der ein oder andere wird es verstehen. 
Im Mai geboren, sehr viele geplante OPs, viele Not-OPs und das wochenlange Kämpfen bis sie stabiler war. Ein Jahr voller Turbulenzen, Hoffen und Bangen. Der einzige Geburtstag - auf der Intensivstation - ein wundervoller Tag. Trotz der Krankheiten ein aufgewecktes, fröhliches Kind. Eine OP Ende Mai. Das erste Mal - im Juni - die Aussage: "Ihr Kind ist doch über den Berg, was machen Sie sich Sorgen?" Am nächsten Tag halte ich mein totes Kind im Arm. 

Ich bin nicht mehr so oft am Grab. Dies wird von außen bewertet. Was wissen Außenstehende? Sie beurteilen nach den Besuchen. Können sie sehen wie oft Kleinigkeiten Erinnerungen wach rufen? Wie oft man wach liegt oder tagsüber einfach nur traurig ist? Düfte wecken viele Erinnerungen und halten sie wach.
Es zählte damals nur das Hier und Jetzt. Das Gestern war vorbei und das Morgen zu ungewiss - nur das Heute war wichtig. So intensiv wurde ein Tag erlebt und mit unzähligen Kleinigkeiten als Erinnerung gefüllt, die man heute -in diesen wieder schnell drehenden Lebenskarussell- nicht mehr wahr nimmt.
Das Heute ist zehn Jahre später nur ein Abklatsch, ein Abhaken von Dingen die man erledigen soll und muss. Genießt man kleine Momente und möchte diese in sich aufnehmen ... Es kommt sicherlich jemand und macht diesen Moment kaputt indem er erklärt, dass es Wichtigeres zu erledigen gäbe und ich meine Zeit vertrödele. Nie haben sie erlebt, wie wichtig diese unscheinbaren Momente sein können und sind doch so anmaßend meine Lebenszeit zu bewerten. Über Wochen und Monate hinweg Termine, Feste und Verpflichtungen - und ich wünsche mir einfach nur Stille.

Ich sagte: „Die Antwort heißt - in mir drin, ganz in der Mitte.“ 
Und ein kurzer Schreck überfiel mich, als ich Anna sagen hörte:
„Und auf welche Frage ist das die Antwort, Fynn?“
„Das ist leicht. Die Frage heißt –Wo ist Anna?
Ich hatte sie wiedergefunden. Und ich war sicher, irgendwo saßen Mister Gott und Anna nebeneinander und lachten.


Kennt ihr: "Hallo Mr. Gott, hier spricht Anna"? Das Mädchen lebte und starb wirklich und sie philosophierte viel mit Fynn, einem irischen Mathematiker, der unter diesem Pseudonym 1974 sein Buch veröffentlichte. 




Wenn man zum Leben ja sagt
und das Leben selber
sagt zu einem nein,
so muss man
auch zu diesem Nein
ja sagen.

(Morgenstern)

Mittwoch, 9. Mai 2012

Mag sein




Mag sein.
Du denkst, du kennst mich.
Was siehst du?
Doch nur äußerliche Dinge.
Nach was urteilst du?
Oftmals nach deiner Wahrheit.
Es gibt mehr als eine Wahrheit.
Wahr ist das, was der Einzelne spürt.
Meine Wahrheit muss nicht deine sein.
Für dich sind deine Aussagen nur ein Scherz.
Mich verletzen sie, denn deine Worte wiederholen sich zu oft.
Für dich sind manche meiner Handlungen unverständlich.
Ich vollziehe sie aber bewusst und mit Bedacht.
Du sagst, du warst nur gedankenlos
gedankenlos ist dennoch lieblos.
Wie kalt doch manchmal die Welt ist.

Kräuterfraaala