Samstag, 11. Februar 2017

Manchmal schützt ein Eispanzer...





...und sieht dabei wunderschön aus.

Raureif und die dazugehörigen Frostkristalle entstehen an den Pflanzen, wenn deren Temperatur so weit abkühlt, dass der Taupunkt in ihren Zellen unter dem Gefrierpunkt liegt. Nur dann können auf der Oberfläche der Pflanze unterkühlte Wassertröpfchen, z.B. aus dem Nebel, zu verschiedenen Eiskristallformen wachsen.

Solange kein Tauwetter eintritt und den Saft fließen lässt, ist die Pflanze vor Frostschäden geschützt. Viele Pflanzen erhöhen den Zuckergehalt in den Zweigen, welches als natürliches Frostschutzmittel wirkt. Selbst die Knospen bleiben unbeschadet und treiben wieder aus, wenn die Kälteperiode vorbei ist.

In manchen Obstbaumplantagen macht man sich dies zum Vorteil. Damit die Blüten bei nächtlichen Spätfrösten nicht erfrieren, werden die Bäume mit Wasser berieselt, sobald die Nachttemperaturen zum Gefrierpunkt absinken. Dadurch werden die Äste mit einem Eismantel überzogen. Unter dem Eis bleibt die Temperatur an Ästen, Knospen und Blüten bei 0 Grad Celsius. Dies schadet den Blüten und Knospen noch nicht.
So eine Frostschutzberegnung funktioniert nur, wenn kontinuierlich frisches Wasser auf die Blüten gesprüht wird. Dies kann an manchen Tagen bis zu zwölf Stunden andauern. Das ist ein Grund, warum sich diese Methode bei Kleingärtnern nicht lohnt. Schaltet man die Beregnung bei vorhandenen Minusgraden ab, kommt es auf der Oberfläche des vorhandenen Eises zu einer Wärmeabgabe (Wärmeverlust durch Verdunstungskälte). Die Pflanzen erleiden einen Frostschaden. Nur nach Sonnenaufgang und bei Plusgraden, dürfen die Obstbauern die Beregnung abstellen. Dann taut das Eis von Ästen und Blüten ab und das Tauwasser verbleibt nicht auf der Pflanze, sondern sickert in den Boden ohne Schaden anrichten zu können.

Auf diese Methode des Frostschutzes ist man angeblich gekommen, weil toskanische Weinbauern an einem warmen Frühlingstag ihren Weinberg bewässerten. Abends stellten die Winzer die Sprühanlagen wieder ab. Man dachte, wenn es nachts Frost geben würde, dann würden die Blüten erfrieren. Nur ein Winzer versäumte es, das Wasser abzustellen.  Er hatte vom frühen Abend an, bis zum nächsten Morgen, sich den Wein in einem Lokal munden lassen.  Am nächsten Tag kam er erst spät zu seinem Weinberg. Ausgerechnet sein Weinberg hatte als einziger den eingetretenen Nachtfrost ohne Schaden überstanden.



Manchmal denke ich mir, mit uns Menschen ist es ähnlich. Nicht umsonst gibt es viele Redensarten, wie:
- da ist das Eis zwischen uns gebrochen
- es herrscht eisige Stimmung zwischen den Parteien
- er/sie hat ein eisiges Herz
- er/sie wurde eiskalt abserviert
- man wurde eiskalt erwischt
- er/sie zieht es eiskalt durch
- das hat das Herz geschmolzen

Viele Menschen zeigen ihre "eisige" Seite, weil sie sich schützen wollen. Manche haben sich einfach ihrer Umgebung angepasst. Einige brechen auch irgendwann unter ihrem eigenen Eispanzer zusammen, wenn die Last zu groß wird. "Eiseskälte" macht handlungsunfähig.
Völlig unerwartete, "frostige Attacken" unserer Mitmenschen können ebenso viel Schaden anrichten. Am meisten, wenn der eine sich dem anderen vertrauensvoll geöffnet hat.

Eine liebe Bekannte hat mir einen Spruch gesendet, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Ein klares "JA" zu deinem Leben verlangt auch nach einem klaren "NEIN".
Ein "NEIN" zu Menschen und Situationen, 
die dich herunterziehen
 und die dich trennen, 
von dir selbst.


Das Original müsste allerdings von Bahar Yilmaz sein (Die Suche nach den ursprünglichen Autoren gestaltet sich zuweilen recht schwer). Es heißt:

Ein klares "JA" zu deinem Leben verlangt auch nach einem klaren "NEIN".
Ein "NEIN" zu Menschen und Situationen, 
die in dir Stress auslösen.

Es geht allerdings nicht darum, bei jeder schwierigen Situation und jedem Konflikt die Flucht zu ergreifen und Mitmenschen in ihrer Not keinen Beistand mehr zu geben. Es geht hier eher um das Erkennen, ob uns manche Menschen (sei es aus Gedankenlosigkeit oder mit Absicht) durch ihr Verhalten öfters und/oder dauerhaft in Situationen bringen, die uns seelisch über einen längeren Zeitraum stark belasten. Es kommt durchaus vor, dass man in dieser Zeit selber seine Zuversicht und den Blick auf das Schöne, was uns umgibt, verliert. Man macht sich Sorgen um den anderen. Aber während wir dann zum Beispiel noch grübeln, was wir machen könnten, damit es dem anderen wieder gut geht, ist dieser vielleicht schon längst wieder gut gelaunt und es interessiert ihn überhaupt nicht, was er in uns ausgelöst hat. Wenn man dies erkennt, sollte man achtsamer sein und sich überlegen, wo man seine persönliche Grenze setzt.

Ich wünsche euch viele Momente, die euer Herz langanhaltend erwärmen. Die "frostigen Zeiten" können in der Erinnerung dann auch etwas Schönes sein. Nämlich ein Zeichen dafür, dass man nicht "erfroren" ist, sondern immer wieder mit neuer Kraft sein eigenes Leben lebt.






Sonntag, 22. Januar 2017

Kindermund (16) Über FKK



Die Kinder unterhalten sich mit mir, was ihnen peinlich ist und/oder peinlich wäre. Erwachsene soll(t)en doch Privatsphäre und Moralvorstellungen von Kindern beachten. Unter anderem finden sie zu leicht oder unangepasst bekleidete Menschen peinlich. Ich erklärte ihnen, dass es in Deutschland ab den 70er Jahren für viele Menschen völlig selbstverständlich war und immer noch ist, zum Beispiel nackt an FKK-Stränden zu baden. 

Da fällt der Großen ein Witz ein und sie fängt begeistert an zu erzählen: "Geht eine Familie zum PKK und trifft eine andere Familie..." 

"Du Große, PKK ist die Terrororganisation der Kurden und nicht die FreiKörperKultur!"

Die Große entsetzt: "Ohh!"

Die Kleine neugierig: "Welchen Terror organisieren die Gurken?"