Sonntag, 20. Oktober 2013

Schlehenwein (1) Der Hefeansatz




Schlehen über Schlehen. Dieses Jahr will ich es wieder wagen. Ein Schlehenwein soll entstehen. Meine "kleine Stimme" gab angesichts der überall massenhaft blau leuchtend, überhängenden Schlehensträucher auf. Nach Schlehensaft, Schlehenmarmelade, Schlehenliköransatz nun also auch ein Fruchtwein.



Vor ca. 15 Jahren habe ich den letzten Schlehenwein angesetzt und habe noch die Matscherei lebhaft in Erinnerung. Doch nicht nur die. Mein Mann fand mich damals, als er von der Arbeit nach Hause kam, sehr lustig an. Ich filterte gerade die Maische ab und fand einfach Alles zum Lachen. Ich bin allein von den Ausdünstungen der schon vergorenen Maische beschwipst gewesen.

Mein damaliger Wein war lecker und gut fruchtig. Ich verwendete nur Schlehen, Zucker, Wasser und ein Fläschchen Reinzuchthefe.



Dieses Mal möchte ich die "guten" Hefen vorher vermehren um die Vergärung zu beschleunigen und Wildhefen zu unterdrücken. Ich hatte noch 100%-igen naturtrüben, kalt gepressten Apfelsaft übrig und die passende Reinzuchthefe "Bordeaux" für den Schlehenwein parat. Die normale Backhefe ist für die Weinherstellung nicht geeignet.



Im Vorfeld sollte man das Glas gut auswaschen und dann ca. 250 ml Apfelsaft einfüllen. In den zimmerwarmen Apfelsaft gibt man dann das komplette Fläschchen Reinzuchthefe und eine halbe Tablette Hefenährsalz. Für mich eine neue Variante, da wir früher eigentlich unseren Wein nur mit Frucht, Zucker und Wasser angesetzt haben. Irgendwann gärte es immer. Für mich war schon die Zugabe von Reinzuchthefen eine Neuerung, jetzt interessiert es mich, ob sich die Gärung mit dem Hefenährsalz postiv auswirkt. Eigentlich müsste ich zum direkten Vergleich noch einen zweiten Ballon mit Schlehenwein, ohne diesen Hefeansatz, starten. Doch noch einmal sechs Kilo Schlehen sammeln? Eigentlich wäre es kein Problem, aber ich habe einfach kaum noch leere Gläser und Flaschen um die Kostbarkeiten aufzubewahren.



Hefen benötigen für ihr Wohlbefinden Zucker, deshalb kommt in den Apfelsaft noch ein Esslöffel Zucker. Damit die Hefebakterien atmen können, wird das Glas mit einem Tuch abgedeckt. Falls es mal zu stürmisch gären sollte, wird das Ganze zur Sicherheit in eine Schüssel gestellt.



Nun muss man das Glas an einen warmen Ort stellen und abwarten. Normalerweise sollten nach 24- 48 Stunden die Gärprozesse sichtbar sein. Trübstoffe vermehren sich und der Geruch vom Apfelsaft wird süßlicher und milder. Die Hefe vermehrt sich und setzt sich unten ab. Langsam entstehen Bläschen.


Nach zwei Tagen stand im Glas der Schaum schon zwei Zentimeter hoch im Glas. Das ist der Moment, in denen der Ansatz mit der Maische zusammen gebracht werden kann. Manche warten bis zu vier Tage und lassen die Hefe hoch steigen. Ich vermute, dass dadurch allerdings der Weinansatz noch schneller in die stürmische Gärung kommt. Falls sich nach vier Tagen immer noch nichts im Glas bewegt, sind die Hefebakterien nicht mehr aktiv sondern schon im Vorfeld abgestorben gewesen. Das geschieht manchmal durch zu lange Lagerung oder durch zu große Wärme während der Lagerung. Bei dem Erwerb von toten Hefebakterien ist in diesem Fall nichts verloren. Tote Hefe in der Maische wäre viel ärgerlicher und der Wein nur durch viel Aufwand zu retten. Hier war jedoch die Hefe sehr fidel und kam deshalb zu den Schlehen. Dazu demnächst mehr.

Selbstgemachter Schlehenwein (4) Die "Stille Gärung" und das Filtern der Maische






Kommentare:

  1. Hach herrlich, Wein machen! Ein Thema welches ich sehr gerne mag! =)
    Gerade vor ein paar Wochen hab ich meinen schon viel versprechenden Honigwein zum reifen in den Keller gestellt.
    Ich bin gespannt wie es weiter geht =)

    Liebe Grüße,
    Sarah =)

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    1. Hallo Sarah,

      schön dich wieder zu sehen. Hast du dieses Jahr schon stacheligen Besuch im Garten? Wir haben einen Imker im Dorf der Met herstellt. Echt lecker! Ich bin schon gespannt bei dir zu lesen wie er dir schmeckt.*lach*

      Liebe Grüße

      Carola

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  2. Hallo Carola :)

    immer wieder Wahnsinn (im positiven Sinn natürlich) was Du so alles machst.
    Ich staune ehrlich immer wieder. Sehr interessanter Beitrag - wie immer ;)

    Freue mich auf die Fortsetzung.

    Lieben Gruß und noch einen schönen restlichen Sonntag
    Björn :)

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    1. Hallo lieber Björn,

      vielen Dank für dein Interesse! So viel wie ich schaffen möchte, schaffe ich zur Zeit leider gar nicht. Momentan ist der Wein in der stürmischen Gärung und es warten im Kühlfach noch vier Kilo Schlehen, sowie ca 25 kg Quitten in Kisten auf ihre Weiterverarbeitung. *lach* Da kommt man kaum zum Bloggen.

      Dir einen schönen Start in die neue Woche!

      ♥ Grüße

      Carola

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  3. Hallo Carola,
    hoffe der Wein gelingt - ist ja alles nicht so ganz einfach mit der Herstellung von Wein etc. pp

    Danke auch für die Info wegen des Online-Shops.
    Habe Dir deswegen auch 'ne Mail geschrieben.

    Gruß aus Wü
    Wolfgang

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    1. Hallo Wolfgang,

      vielen Dank, dass hoffe ich auch! Eigentlich trinke ich kaum Alkohol, aber ich experimentiere viel zu gern. Wenn der Wein halb so gut schmeckt wie der damalige, dann hätte es sich gelohnt.

      Ich habe dir zurück geschrieben. Die Vielfalt an Tomaten und Paprikas, die bei dir zu finden ist, ist faszinierend! Ich freue mich schon auf deinen Shop und hoffe er bekommt regen Zulauf!

      Viele Grüße zurück

      Carola

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  4. Liebe Carola
    ich bewundere dich wie du den Schlehenwein machst und auch deine Ideenreichtum mit vielen anderen Sachen!!
    Vile Erfolg beim probieren wenn er fertig ist!
    Lieben Gruss Elke

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  5. Liebe Carola, das Thema hört sich spannend an. Ich habe noch nie Wein selber gemacht Sehr interessant!
    Bin auch schon gespannt wie es weitergeht.
    Liebe Grüße, Petra

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Vielen Dank, dass ihr eure Gedanken und Meinungen mit mir teilt!