Sonntag, 18. Dezember 2011

Ein "Wozu?" und "Wofür?" gegen das "Warum?" - Gedankenspielerei



An manchen Tagen fragt man sich selber: "Warum passiert mir eigentlich ständig...?", "Warum ich?" oder man bekommt dieses vorwurfsvolle: "Warum hast du ...?"


Dieses vorwurfsvolle "Warum?" geht mir am meisten auf die Nerven. Es drängt einen in die Verteidigungsposition und zur Rechtfertigung. Man kann sich dessen kaum entziehen.
Muss man sich ständig rechtfertigen? Eigentlich könnten sich doch die Menschen selber einmal Gedanken machen, was der andere vielleicht erreichen wollte. Da beginnt aber das Problem, denn der Fragende hat schließlich schon durch seinen vorwurfsvollen Ton gezeigt, dass er eine Meinung  - seine Meinung dazu hat.  Nun wartet er nur noch darauf, das der Antworter seine (schlechte) Meinung bestätigt. Was er nicht gebrauchen kann sind sachliche Begründungen. Die will der Fragende nicht hören und deshalb unterbricht er, wird laut oder macht sich lustig über den Antworter.
Es ist nichts weiter als ein trauriges Machtspiel.



Die andere "Warum-Falle" liegt bei einem selbst. Viele Menschen fragen nach dem "Warum?" in Situationen, in denen es ihnen nicht gut geht. Sie fühlen sich durch die fehlenden Antworten als Opfer und diese Opferrolle führt oftmals zu Selbstmitleid. Es wird dadurch schwierig wieder nach vorne zu blicken.

Ich denke, man muss in die Vergangenheit blicken um manches verstehen zu können, aber auf viele "Warums" gibt es keine Antwort und das muss man akzeptieren können.


Ich habe mal überlegt, was es für Synonyme für "Warum" gibt. Es wären:

☻Wie kommt es, dass?            ☻ Weswegen?
☻Weshalb?                              ☻ Wieso?                        
         
☺Wofür?  
☺Wozu?        

Fällt euch etwas auf? Die schwarzen Smileys kennzeichnen die Fragewörter, die wie das WARUM, im schon Geschehenen ihre Begründungen suchen. Im normalen Alltag, in sachlichen Situationen, sind sie die unverzichtbar und oftmals sind sie die typischen "Rechtfertige-dich!" Fragen. Es sind aber leider auch die zermürbenden Fragewörter, die einen in schweren Zeiten handlungslos werden lassen. Es gibt schließlich nur in der Vergangenheit verweilende Antworten.

Wie anders sind für mich die beiden Wörter "Wofür" und "Wozu"!
Sie verlangen auch nach einer Begründung. Sie verlangen aber danach, dass man sich mit dem Vergangenen beschäftigt und dennoch vorwärts blickt und aktiv wird. Man überlegt dabei, was man mit dieser Erfahrung nun  machen wird. Man sucht sich aus dem Schlechten etwas Gutes, einen Sinn und Nutzen.

Ich habe für mich entschieden, dass ich an schlechten Tagen nicht nach dem "Warum und Weshalb" fragen werde, sondern gerade an diesen Tagen mich für ein bewusstes "Wozu und Wofür" entscheide. 





Kommentare:

  1. Ja, das "WARUM" Wort. Eines derer die mich tagäglich begleiten und über das auch ich mich ständig ärgere. Bei mir ist es, dass das "Warum" ständig auf meine Frage folgt. Ich hab da keine Lust mehr drauf, wenn ich ne Frage stelle dann will ich eine Antwort und nicht "Warum?" Ich werde dadurch genögt mich zu erklären warum ich diese oder jene Frage gestellt habe.
    Oftmals beende ich die Unterhaltung, die dann eh keine mehr ist, sofort. Einfach weil ich keine Lust habe, doch keine ehrliche Antwort zu erhalten.

    Liebe Grüße
    Dankward

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  2. Hallo liebe Carola,

    sehr weise geschrieben, kann ich fast Alles unterschreiben, da ich mir das Wort"Warum" schon oft vor Augen gehalten habe.

    lg Paultschi

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  3. Ein toller Post, der zum Nachdenken anregt. Ich versuche gerade auch Antworten auf mein "Wofür" und "wozu" zu finden, was mir wirklich nicht leicht fällt. Und dann wird es plötzlich wieder zu "Warum?".

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Vielen Dank, dass ihr eure Gedanken und Meinungen mit mir teilt!